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Costa Rica: Hunderte Touristen nach Erdbeben eingeschlossen

Ausnahmezustand in Costa Rica: Nach einem schweren Erdbeben sind mehrere hundert Menschen in der Nähe der Hauptstadt San José vermisst oder von der Außenwelt abgeschnitten. Darunter sollen auch Hunderte Touristen sein.

San José - Wie das Rote Kreuz am Freitag mitteilte, starben mindestens vier Menschen durch das Beben der Stärke 6,1 mit seinem Epizentrum am Vulkan Poas. Zuvor hatte die Hilfsorganisation von mindestens 14 Toten gesprochen.

Hunderte Menschen seien bei den Erdstößen in der zentralen Region des Landes verletzt worden, teilte das Rote Kreuz mit. In zwei Dörfern nahe des Vulkans waren rund 300 Menschen von der Außenwelt abgeschnitten. Zudem mussten mehrere hundert Touristen in Vara Blanca in einem schwer beschädigten Hotel ausharren. Über ihren Gesundheitszustand lagen zunächst keine Informationen vor.

Hunderte Einsatzkräfte der Feuerwehr, der Polizei sowie vom Roten Kreuz arbeiteten die ganze Nacht auf Freitag, um über die durch Erdrutsche verschütteten Straßen zu den Eingeschlossenen zu gelangen. Der mehr als 2700 Meter hohe Vulkan Poas gehört zu den Hauptattraktionen des Landes und wird jedes Jahr von Tausenden Urlaubern besucht.

In der Nähe des Vulkans Poas entdeckten Helfer die Leichen von zwei Schwestern im Alter von sieben und elf Jahren, die zum Zeitpunkt des Bebens dort Süßigkeiten verkauft hatten. Sie kamen bei einem Erdrutsch ums Leben. Ein zwölfjähriges Mädchen starb unter den Trümmern eines Hauses. Eine Frau erlag in einem Vorort von San José einem Herzinfarkt, wie Rettungskräfte mitteilten. Weitere zuvor als getötet gemeldete Erdbebenopfer in der Region Cataratas zählen nach den jüngsten Angaben des Roten Kreuzes zu den Vermissten.

Nach Angaben des Geologischen Dienstes der USA (USGS) erreichte das Beben um 13.19 Uhr Ortszeit die Stärke 6,1. Das Epizentrum lag demnach in 30 Kilometern Tiefe am Vulkan Poas, 35 Kilometer nordwestlich von San José. Der Erdstoß war bis ins benachbarte Nicaragua zu spüren. Der USGS registrierte im vergangenen Jahr mehr als 4700 Erdbeben in Costa Rica, von denen aber nur 60 für die Menschen spürbar waren.

"Heute ist ein Tag der Trauer für Costa Ricaner", sagte Präsident Oscar Arias bei einer Pressekonferenz. Er kündigte an, am Freitag in die betroffenen Gebiete zu reisen. Der staatliche Katastrophenschutz CNE rief den Notstand für die betroffenen Gebiete aus, in denen 2,5 Millionen der insgesamt vier Millionen Einwohner des Landes leben. Es gebe in 42 Gemeinden "bedeutende Schäden" an Häusern, Straßen, und Stromleitungen. Die Behörden warnten vor Nachbeben und Erdrutschen.

jdl/AFP

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