Unwetter in Frankreich Mehrere Tote bei Überschwemmungen an Côte d'Azur

Bei schweren Unwettern in Südfrankreich sind mindestens zwölf Menschen ums Leben gekommen. Einige von ihnen starben, als sie ihre Autos in Sicherheit bringen wollten. Camper mussten mit Hubschraubern evakuiert werden.

REUTERS

Nach heftigen Regenfällen mit Sturmböen sind bei Überschwemmungen in Südfrankreich mindestens zwölf Menschen ums Leben gekommen.

Im Ort Mandelieu-La Napoule an der Côte d'Azur starben nach Behördenangaben allein fünf Menschen. Sie kamen wahrscheinlich ums Leben, als sie ihre Autos in Sicherheit bringen wollten.

Drei Menschen wurden zudem in Vallauris Golfe-Juan bei Cannes tot in einem Auto gefunden. Sie hatten versucht, einen überfluteten Tunnel zu passieren. Zuvor ertranken der Feuerwehr zufolge drei Menschen, als eine Hochwasserwelle ein Altenheim in Biot nahe Antibes überschwemmte. Eine Frau starb auf einem Parkplatz in Cannes.

Ministerpräsident Manuel Valls zeigte sich tief betroffen und sagte den Hinterbliebenen via Twitter Unterstützung zu.

Camper werden mit Hubschraubern evakuiert

Auslöser der Überschwemmungen waren heftige Unwetter am Samstagabend. Der Wetterdienst Météo-France sagte für Sonntag eine leichte Besserung des Wetters voraus. Nach Angaben eines Feuerwehrsprechers trat der Fluss Brague über die Ufer, das Gebiet um Antibes war überschwemmt. Zwei Campingplätze standen unter Wasser, Hubschrauber retteten Urlauber von den Dächern ihrer Wohnwagen. Eine Autobahn wurde voll gesperrt, weil der Seitenstreifen unter Wasser stand.

Überflutete Straßen in Nizza: Bei dem Versuch, ihre Autos in Sicherheit zu bringen, starben vermutlich mehrere Menschen
AFP

Überflutete Straßen in Nizza: Bei dem Versuch, ihre Autos in Sicherheit zu bringen, starben vermutlich mehrere Menschen

Mehrere Züge konnten wegen der Überschwemmungen nicht weiterfahren, Hunderte Reisende saßen nach Angaben eines Bahnsprechers in Toulon, Nizza und Cannes fest. Viele Nebenstrecken waren überflutet. In Bahnhöfen der Region steckten Züge fest, weil Fahrstrecken blockiert waren. Fahrgäste wurden für die Nacht mit Lebensmitteln und Decken versorgt.

Auch in den großen Städten Cannes und Nizza waren viele Straßen unpassierbar. Nizzas berühmte Uferstraße Promenade des Anglais stand ebenfalls unter Wasser. Einige Fahrzeuge wurden ins Meer gespült. Aufgrund der sintflutartigen Regenfälle musste auch ein Fußballspiel der französischen Ligue 1 abgebrochen werden.

hei/AFP/dpa



insgesamt 11 Beiträge
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satissa 04.10.2015
1. Tunnel
Es wird viel zu wenig über die Gefahren von Tunneln bei Regenfällen berichtet. Gerade in Gegenden in denen über das Jahr wenig Regen fällt aber wenn, dann sintflutartiger Regen kommt, sollten Tunnel gesperrt werden. Unglücke dieser Art gibt es auch häufig im Nahen und Mittleren Osten. Von Sintfluten sprach schon die Bibel, Tunnel gab es damals noch nicht.
Beat Adler 04.10.2015
2. Das Mittelmmerwasser ist aussergewoehnlich warm.
Today's Nice sea temperature is 25.3 °C. Statistics for 03 Oct (1981–2005) – mean: 19.8 °C, range: 16.7 °C to 22.6 °C aus: http://www.surf-forecast.com/breaks/Nice/seatemp In Nizza ist die Meerestemperatur anomaly aussergewoehnlich hoch. Fuer das ganze Mittelmeer gilt im Vergleich zur Periode 1971 bis 2000 eine Anomaly die ueber PLUS 2 Grad Celsius liegt. siehe hier: https://www.ncdc.noaa.gov/teleconnections/enso/indicators/sea-temp-anom.php Heftigste Starkregenereignisse in Suedfrankreich und Norditalien werden seit wenigen Jahren immer haeufiger und extremer. sieh auch: www.wmo.int mfG Beat
frenchie3 04.10.2015
3. Über so ein Thema
kann man eigentlich nicht diskutieren, höchstens Betroffenheit zeigen. Mal sehen was da kommt
Ursprung 04.10.2015
4. Touristentode
Diese Trockentaeler an der Côte (und viele anderswo) sind hochgefaehrlich. Nicht nur bei Regenfaellen vor Ort, denn es kann jederzeit kurz vorher auch nur weiter oben heftig geregnet haben. Die Einheimischen kennen das, den Touristen ist es selten bewusst. Vermute, das auf dem Campingplatz und auch sonst Touristen und nicht einheimische Bedienstete oder der Betreiber starben.
seewolke70 04.10.2015
5. Autofahrer: Ahnungslos in die Katastrophe
Noch immer gelingt es uns offenbar trotz Satelliten und computergestützten Wettervorhersagen kaum, das Wetter besser vorherzusagen als vor hundert Jahren. MeteoFrance hatte bis zum Mittag überhaupt keine Wetterwarnung herausgegeben (4mm pro Stunde sollte es geben). Noch nach Einsetzen der katastrophalen Regenfälle waren auf den digitalen Warntafeln der Autobahnen lediglich Sätze zu lesen wie "Achtung,regennasse Fahrbahnen" - zu dem Zeitpunkt waren schon Fahrzeuge auf den Autobahnen im Wasser versunken. Die Polizei hatte keinen Überblick über die Lage. Auf den Autobahnen saßen Tausende von Insassen für acht Stunden und mehr fest.
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