Cranach-Plakate in London Wirbel um die nackte Göttin

Sie trägt nichts außer einem Lächeln und einem Hauch von Schleier. Das könnte prüde Fahrgäste verstören, vermuteten die Londoner Verkehrsbetriebe und stoppten die anrüchigen Plakate - bis sie erkannten, wer die Schöne ist.


Die "Venus" des deutschen Renaissance-Malers Lucas Cranach des Älteren (1472 bis 1553) wird nach Informationen des SPIEGEL nun doch auf Plakaten in den Londoner U-Bahnhöfen zu sehen sein. Das Plakat, das ab März zu sehen sein wird, soll für eine Cranach-Ausstellung in der Royal Academy werben.

Die Tatsache, dass die römische Göttin auf dem Gemälde aus dem Jahr 1532 außer einem Lächeln und einem durchsichtigem Schleier nichts trägt, könne zur "Verstörung" der Fahrgäste führen, war zunächst argumentiert worden.

Nun hat sich die Prüfstelle der Londoner Verkehrsbetriebe entschuldigt: "Unsere Agentur sichtet Tausende von Werbeplakaten jedes Jahr, wir können nicht jedes Mal richtig liegen."

Cranach hatte sich damit in bizarrer Gesellschaft befunden: Zuletzt war ein Plakat eines englischen Sexspielzeugherstellers abgelehnt worden - darauf wurde für einen Vibrator der Marke "Zügelloses Karnickel" geworben.



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