Currywurst Herta Heuwer ist tot

Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei: Vor kurzem verstarb Herta Heuwer, die Berliner Mutter der Currywurst. Das Rezept für den populären Snack nahm sie mit ins Grab.


Nicht original, aber lecker: Currywurst-Esser in Hamburg
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Nicht original, aber lecker: Currywurst-Esser in Hamburg

Berlin - Ob kleingeschnitten, gebraten oder frittiert: Die "Curry mit Pommes rot/weiß" gehört zur Speisekarte jeder deutschen Imbissbude. Keine Region der Bundesrepublik, die sich nicht rühmt, das krosse Fleischbrät mit der scharfen Tomatensoße erfunden zu haben. Doch diese Diskussionen hat die Berlinerin Herta Heuwer nie hingenommen: "Ich habe das Patent - und damit basta. Wer etwas anderes behauptet, der hat einen Stich."

Während einer Kundenflaute will die gebürtige Königsbergerin am 4. September 1949 in ihrer Imbissbude am Stuttgarter Platz mit Paprikastückchen und Paprikapulver herumexperimentiert haben - bis die Currysoße entstand. Das Rezept für die von ihr "Chillup" genannte Soßenmischung ließ Heuer sich sogar mit einem Warenzeichen schützen.

Am 3. Juli ist die Mutter der Currywurst im Alter von 86 Jahren gestorben - 50 Jahre nach ihrer geschmacksbildenden Erfindung. Das Originalrezept für die würzige Soße hat sie mit ins Grab genommen - so wie sie es immer angekündigt hatte. "Sie hat es noch nicht einmal ihrem Mann verraten", berichtet ihre Nichte Brigitte Böhme. Heuwers Urne soll am Freitag in Berlin im engsten Familienkreis beigesetzt werden.

Ihre letzte Wurst verkaufte die Berlinerin schon vor über 20 Jahren, am 30. Juni 1976 ging sie in den Ruhestand. Den Geschmack an der Currywurst hatte sie jedoch bis zuletzt nicht verloren. Fest stand für sie aber immer: "Meine Soße war doch die beste".



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