"Liliputaner Action" Kleinwüchsiger verletzt sich bei Party-Aktion in Cuxhavener Disco

"Wer den Liliputaner einsperrt, bekommt einen Flatscreen!" Mit dieser fragwürdigen Aktion warb eine Cuxhavener Disco für die "Party-Eskalation". Doch dann stürzte der Mann. Schwerverletzt wurde er in ein Krankenhaus gebracht.

"Wer den Liliputaner einsperrt, bekommt einen FLATSCREEN!": Aktion von Janssen's Tanzpalast

"Wer den Liliputaner einsperrt, bekommt einen FLATSCREEN!": Aktion von Janssen's Tanzpalast

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Cuxhaven - Samstags tobt in Janssen's Tanzpalast der Exzess. Für 15 Euro Eintritt verspricht die Cuxhavener Großraumdisco auf ihrer Webseite "die größte und heftigste Party, die der Norden je gesehen hat". Beim Tanzpalast heißt das: knapp bekleidete Frauen, die Wodka-Energy-Schnäpse verteilen, Party-Luder-Contest und Bodyshots.

An diesem Samstag gab es nun einen weiteren Programmpunkt auf der Party-Agenda. Der Club nennt es die "Liliputaner Action". Untertitelt ist die Einlage mit: "Wer den Liliputaner einsperrt, bekommt einen Flatscreen!"

Wer es nicht fassen kann, liegt richtig: Die Disco lädt ihre Besucher ein, aus Jux einen Kleinwüchsigen zu fangen. Das ist krude genug, doch am Samstagabend eskalierte der Auftritt des Mannes noch in einer Art, wie es sich auch die Betreiber nicht gewünscht haben werden. Der Polizei Cuxhaven zufolge verletzte sich ein kleinwüchsiger Künstler so schwer, dass er in ein Krankenhaus gebracht werden musste.

Demnach trat der 42-Jährige mit einer Showgruppe in der Disco auf. In den frühen Morgenstunden sei er bei einer Tanzperformance von einem Podest gestürzt, sagte die Polizei SPIEGEL ONLINE. Selbstverursacht. "Die Gerüchte, wonach der Betroffene bei diesem Spiel zu Schaden kam, stimmen nicht", sagte Sprecherin Anke Rieken. Zuvor hatten einige Disco-Besucher den Unfall der Aktion zugeordnet.

Laut Rieken ist jedoch sehr schnell klar gewesen, dass der Mann nicht geschubst wurde. Es handele sich um einen Betriebsunfall, das hätten die Ermittlungen vor Ort ergeben. Die Aktion habe zu dem Zeitpunkt des Unfalls noch nicht einmal begonnen. Es gebe keine weiteren Ermittlungen.

Von Janssen's Tanzpalast war für SPIEGEL ONLINE niemand für eine Stellungnahme erreichbar. Seit den siebziger Jahren wird der Club von der Familie Janssen geführt. Er gilt als ganz normale, ländliche Großraumdisco, die bekannt für ihre Mottopartys ist.

Dass der Begriff Liliputaner seit geraumer Zeit als diskriminierend empfunden und deshalb vermieden wird, scheint den Veranstaltern entgangen zu sein.



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