KZ-Gedenkstätte Gestohlenes Tor ist zurück in Dachau

2014 wurde das Tor des ehemaligen Konzentrationslagers Dachau gestohlen. Nun ist es wieder zurück in der Gedenkstätte.

DPA

Vor mehr als zwei Jahren entwendeten Unbekannte das Tor der KZ-Gedenkstätte Dachau. 2016 tauchte es in Norwegen auf. Nun ist das historische Tor an seinen Ursprungsort zurückgekehrt.

Unter den Augen von politischer Prominenz und Vertretern des Gedenkortes wurde es in Empfang genommen. "Das ist ein bedeutender Tag für die Gedenkstätte", sagte Bayerns Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU). Er nannte den Diebstahl des Tors eine Aggression gegen den Ort des Erinnerns, die durch die Rückkehr nun ein Stück weit gelindert worden sei.

Das Tor mit der Aufschrift "Arbeit macht frei" wird indessen nicht wieder an seinem historischen Standort eingesetzt, sondern in die Dauerausstellung der Gedenkstätte übernommen. Dort ist es von Ende April an in einer alarmgesicherten und klimatisierten Vitrine zu sehen, wie die Leiterin der KZ-Gedenkstätte, Gabriele Hammermann, sagte.

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KZ Dachau: "Ein bedeutender Tag für die Gedenkstätte"

Bis heute unbekannte Täter hatten das schmiedeeiserne Tor in der Nacht auf den 2. November 2014 gestohlen und abtransportiert. Anfang Dezember vergangenen Jahres wurde das Tor im norwegischen Bergen entdeckt. Nun wurde es in einem Kunsttransport nach Bayern gebracht.

Bei dem Tor handelt es sich um die Originaltür des ersten von den Nationalsozialisten errichteten Konzentrationslagers. Der Schriftzug hingegen ist eine Rekonstruktion aus dem Jahr 1965.

"Dieses Tor mit der Aufschrift 'Arbeit macht frei' stand und steht für die Erniedrigung jedes einzelnen Menschen und weiter Teile der Gesellschaft durch die NS-Diktatur", sagte Spaenle. Ihr Schicksal sei mit der Perversion der Sprache grausam verharmlost worden.

cnn/dpa/AFP



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