Dämpfe in Ryanair-Cockpit Piloten klagen über Kopfschmerzen

Auf dem Hinweg klagten die Piloten über Kopfweh, auf dem Rückweg erlitt die Co-Pilotin einen Schwindelanfall: Ins Cockpit einer Ryanair-Maschine sind Dämpfe eingedrungen. Experten untersuchen den Vorfall - die Airline bezeichnet ihn als geringfügig.

Ryanair-Maschine (Archivfoto): Schwierigkeiten auf der Strecke Bremen-Vilnius
dapd

Ryanair-Maschine (Archivfoto): Schwierigkeiten auf der Strecke Bremen-Vilnius


Bremen - Erneuter Zwischenfall bei der Fluggesellschaft Ryanair: Auf einem Flug des Billigfliegers von Bremen nach Litauen sind Dämpfe ins Cockpit eingedrungen. Die Piloten klagten über starke Kopfschmerzen, konnten den Flug aber fortsetzen. Die Bundesstelle für Fluguntersuchung (BFU) prüft den Zwischenfall, der sich im vergangenen Oktober beim Start der Maschine in Bremen ereignete.

Während des Flugs hätten sich die Dämpfe wieder aufgelöst, sagte ein BFU-Sprecher. Im Anflug auf Vilnius und beim Rückflug nach Bremen drangen erneut Dämpfe ins Cockpit. Die Co-Pilotin erlitt beim Anflug auf Bremen einen Schwindelanfall.

Nach dem BFU-Bericht klagten die beiden Piloten in den Tagen danach über gesundheitliche Probleme und konnten nicht arbeiten. Ryanair bestätigte den Vorfall und bezeichnete ihn als geringfügig. Die Dämpfe seien durch eine Triebwerksreinigung entstanden, teilte ein Sprecher mit. Ingenieure hätten keine Mängel an der Maschine festgestellt. Folgen für die Gesundheit der Crew habe es nicht gegeben. Die beiden Piloten hätten im Anschluss Urlaub gehabt und arbeiteten weiterhin für die Fluggesellschaft.

Die Pilotenvereinigung Cockpit bezeichnete den Vorfall bei Radio Bremen als ernste Störung. Dieser zeige erneut, dass etwas im System Ryanair nicht stimme, sagte Sprecher Markus Wahl. In den vergangenen Monaten war die irische Fluggesellschaft mehrmals wegen angeblicher Sicherheitsmängel in die Schlagzeilen geraten.

Für Aufregung hatte zuletzt ein schwerer Zwischenfall im vergangenen September beim Landeanflug auf den Flughafen Memmingen im Allgäu gesorgt. Einen Monat zuvor hatte Cockpit die Airline kritisiert, nachdem drei Ryanair-Maschinen an einem Tag hatten notlanden müssen.

ulz/dpa

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insgesamt 14 Beiträge
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Seite 1
marthosch 18.01.2013
1. Niemals billig fliegen
Ich habe das Glück, das ich mir die Billiglinien nicht antun muss. Auch weil ich nicht glaube das Billig und Sicher auf die Dauer klappt, vermeide ich es. Natürlich verstehe ich das es Leute gibt die auf jeden Euro schauen müssen und hoffe das auch billige Flüge sicher ankommen. Aber wenn der Preiskampf in der Fliegerei so weiter geht wird sich dies vermutlich eines Tages rächen. Es ist nur zu hoffen, das die Flugsicherheitsbehörden ihre Aufgaben kompetent und konsequent erfüllen, damit sich meine Vorurteile nicht bestätigen.
nick999 18.01.2013
2.
Zitat von marthoschIch habe das Glück, das ich mir die Billiglinien nicht antun muss. Auch weil ich nicht glaube das Billig und Sicher auf die Dauer klappt, vermeide ich es. Natürlich verstehe ich das es Leute gibt die auf jeden Euro schauen müssen und hoffe das auch billige Flüge sicher ankommen. Aber wenn der Preiskampf in der Fliegerei so weiter geht wird sich dies vermutlich eines Tages rächen. Es ist nur zu hoffen, das die Flugsicherheitsbehörden ihre Aufgaben kompetent und konsequent erfüllen, damit sich meine Vorurteile nicht bestätigen.
Sie werden nicht glauben, bei wem Ryanair die Maschinen warten läßt. Es ist Lufthansa Technik. Und die würden es nicht machen, wenn sie keine sicheren Flugzeuge zurückgeben könnten. Trotzdem habe ich mich vor mehreren Jahren von Ryanair verabschiedet. Als eine Gepäckgebühr eingeführt wurde, war für mich Schluß. Wenn ich einen Flug buche, will ich alle Kosten sehen, nicht durch fragwürdige Tricks permanent abgezockt werden. Die mal geplante Toilettengebühr paßt in dieses Bild. Auch die Handgepäckmaße, die die IATA Norm deutlich unterschreiten oder der Aufpreis, wenn man sich die besseren Plätze im Flugzeug sichern will, sind nicht mein Ding. Ich hoffe, daß es genug Andere genauso sehen. Nur dann wird das keine Mode machen. Davon abgesehen, das man meist außerhalb seiner Wunschziele startet oder landet. Aber eins sage ich auch: Danke Ryanair, keiner hat wie Du für Preisreduzierungen der anderen Fluggesellschaften gesorgt. Du hast einen Wettbewerb der Etablierten eingeleitet, von dem alle profitieren. Aber zwischenzeitlich wurdest Du von beiden Seiten überholt. Der Mohr hat seine Schuldigkeit getan.
Stäffelesrutscher 18.01.2013
3.
Aha, wenn also im Cockpit beim Landeanflug Schwindelanfälle auftreten, dann ist das ein »geringfügiges« Vorkommnis. Na dann ...
pipo_schnaps 19.01.2013
4. optional
wow, 5 mal 'dass' falsch geschrieben in einem 7 zeiligen post - das ist schon ne leistung...
MrStoneStupid 19.01.2013
5. weitere Ermittlungen gefordert
Also "starke Kopfschmerzen" und "Schwindelanfall" sind vielleicht bei übermäßigem Alkoholkonsum eines Quartalssäufers als geringfügiger Vorfall zu werten aber nicht bei Piloten während des Fluges aufgrund von Dämpfen nach einer Triebwerksreinigung und dass das ungefährlich ist, wage ich sehr zu bezweifeln. Gegen Ryanair soll ermittelt werden - einmal wegen dem Vorfall (wie konnte das passieren, welche Verbesserungsmaßnahmen gibt es ?) und dann wegen der versuchten Vertuschung (Vorfall als "geringfügig" bezeichnet). Wenn das bei Ryanair als "geringfügig" gilt, dann kann man vermuten, dass noch mehr im Busch ist. (imho)
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