Hooligan-Angriff bei WM 1998 Bundesverdienstkreuz für Daniel Nivel

Am Rande der Fußball-WM 1998 verprügelten deutsche Hooligans den Polizisten Daniel Nivel derart brutal, dass er irreparable Hirnschäden davontrug. Nun erhielt der Franzose das Bundesverdienstkreuz.

Heiko Maas (r.), Daniel Nivel
DPA

Heiko Maas (r.), Daniel Nivel


Der bei der Fußball-Weltmeisterschaft 1998 in Frankreich von deutschen Hooligans lebensgefährlich verletzte Daniel Nivel wurde mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt. Seit der Attacke ist der Gendarm schwerbehindert. Der heute 63-jährige Franzose hat die Auszeichnung in Frankreich vom deutschen Außenminister Heiko Maas erhalten.

Am Rande des Gruppenspiels am 21. Juni 1998 gegen Jugoslawien (2:2) hatten Hunderte deutsche Hooligans im nordfranzösischen Lens gewütet. Ein Opfer der gewaltsamen Ausschreitungen war der damals 43 Jahre alte Polizist Nivel. Mehrere Wochen lag er im Koma und trug irreparable Hirnschäden davon. Er ist einseitig gelähmt und auf einem Auge blind. Das Sprechen fällt ihm schwer. Mehrere Hunderttausend Mark wurden in Deutschland damals für Nivel und seine Familie gespendet und sechs Hooligans zu mehrjährigen Haftstraßen verurteilt.

Antoine Vaast, der Anwalt der Familie Nivel, erzählte in diesem Sommer vor dem 20. Jahrestag der Attacke vom Schicksal des Hooligan-Opfers: "Er lebt friedlich weiter mit seiner Behinderung, die schwerwiegend ist, weil er 70 Prozent seiner Fähigkeiten verloren hat." Daniel Nivel sei völlig abhängig von seiner Ehefrau. Die unter Beteiligung des DFB und der FIFA gegründete Daniel-Nivel-Stiftung setzt sich heute gegen Fußballgewalt und für die deutsch-französische Freundschaft ein.

sth/dpa



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