Das Kampusch-Interview in Auszügen "Das ewige Geräusch des Ventilators"

Im Österreichischen Rundfunk hat sich Entführungsopfer Natascha Kampusch erstmals der Öffentlichkeit gezeigt. Der Sender dokumentierte das Interview im Wortlaut, SPIEGEL ONLINE präsentiert die wichtigsten Passagen in Auszügen.


Über ihr neues Leben

"Ich hab' mich gestern und vorgestern schon mit meiner Mutter getroffen. Auch bei der Polizei hab' ich mich schon mit meinen Eltern getroffen. Gestern hab ich zum ersten Mal meine jüngere, ältere Schwester getroffen. Die Sabine. Gestern hat mein Neffe Geburtstag gehabt. Er hat sich gewünscht, dass ich ihn anrufe. Was ich erledigt habe. Obwohl ich so viel zu tun habe. (...)

Einkaufen war ich. Ich war inkognito Eis essen. (...) Ich war mit dem Dr. Berger ... auf der Währinger Straße? In einem Eissalon. Aber wir wollen da nicht Werbung machen. (...) Und da haben wir uns einen Eisbecher bestellt. Ich hatte eine Sonnenbrille auf, ein Kopftuch um. Da hat man mich nicht erkannt. Wir sind auch mit der Schnellbahn oder ... was? ... mit der U-Bahn sogar! ... Wir sind auch mit der U-Bahn gefahren." (...)

Das Komische war, dass meine Eltern sowie sämtliche Verwandten mehr geweint haben. Also sie haben geweint und mich umarmt und gedrückt. (...) Ich hab' mich ein bisschen überfordert und ein bisschen beengt gefühlt durch die, durch dieses plötzliche Einfallen. Die Polizisten zum Beispiel. Die haben es ja auch nicht gefasst. Die wollten mich fast vor Glück zerquetschen."

Natascha Kampusch über



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