Buddhistische Mönche auf Reisen Protzblitz

Designergepäck und Reisen im Privatjet: Im Internet kursiert ein Video, das drei buddhistische Mönche bei einem äußerst komfortablen Trip zeigt. Im heimatlichen Tempel reagierte man gelassen, doch die Thailänder sind empört.

YouTube: Aufregung um thailändische Mönche im Luxus
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YouTube: Aufregung um thailändische Mönche im Luxus


Hamburg - Auf der Nase eine funkelnde Pilotensonnenbrille, das Reisegepäck von Louis Vuitton in Griffweite - so stellt man sich den bescheidenen buddhistischen Mönch wahrlich nicht vor. Ein Video auf YouTube zeigt jedoch genau das: drei Mönche im Privatjet auf dem Weg von Bangkok in ihren Heimatort Si Sa Ket.

In Thailand ist man über derlei "protziges Verhalten" empört. In dem mehrheitlich buddhistischen Königreich löste das Video eine lebhafte Debatte über das ungebührliche Verhalten der Geistlichen aus. Diese protzige Zurschaustellung - mit Sonnenbrille und einer Louis-Vuitton-Tasche - rufe regelrecht nach der Kritik von Laien, sagte der Leiter des Nationalen Buddhismus-Amts, Nopparat Benjawattantnun.

In Thailand leben laut offiziellen Angaben mehr als 61.000 Mönche. Sie haben sich einem Leben ohne materiellen Besitz in Armut und Gebet verschrieben. Doch Medien berichten immer wieder über Geistliche, die Drogen nehmen, Alkohol trinken, Geld verwetten und Prostituierte aufsuchen. Im vergangenen Jahr wurden deswegen 300 Mönche gerügt und einige sogar exkommuniziert.

Das Buddhismus-Amt sieht die Ursache für solch ungebührliches Auftreten auch in der Moderne. Zu Lebzeiten von Buddha habe es eben keine Autos oder Smartphones gegeben, erklärte Nopparat. Oft genug kämen die Luxusgeschenke von Buddhisten. "In vielen Fällen waren es die Anhänger, die den Mönchen den Luxus gaben. Manche kauften ihnen sogar Sportwagen." So soll auch in diesem Fall ein gläubiger Buddhist den Privatjet für die drei Mönche gechartert haben.

Im Heimatort der Mönche bemüht man sich unterdessen um Schadensbegrenzung - bislang eher wenig erfolgreich. Der Direktor des lokalen Buddhismus-Amts in Si Sa Ket, Virood Chaipanna, sagte, er habe im Tempel vergeblich nach einem der Mönche gesucht. Die würdevolle Stellungnahme einer Sprecherin des Tempels hierzu: "Wir können das erklären, aber nicht jetzt." Der betroffene Mönch befände sich momentan erneut auf Reisen: Er sei auf "religiöser Tour" in Frankreich.

gam/AFP/AP

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