Defektes Sicherheitsnetz Stuntman bei Flug aus Kanone tödlich verunglückt

Als "menschliche Kanonenkugel" ließ sich ein 23-jähriger Brite bei einer Stuntshow in die Luft schießen. Doch bei der Landung versagte das Sicherheitsnetz - der junge Mann erlag kurz darauf seinen schweren Verletzungen.

Tödlicher Unfall in der der Grafschaft Kent: Der 23-Jährige kurz vor seinem Stunt
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Tödlicher Unfall in der der Grafschaft Kent: Der 23-Jährige kurz vor seinem Stunt


London - Am Montagnachmittag war der 23-Jährige in der südostenglischen Grafschaft Kent in der "Scott May's Daredevil Stuntshow" angetreten: Er kletterte eine Leiter hinauf und stieg in das große "Kanonenrohr", das auf einen gewöhnlichen 7,5-Tonnen-Truck montiert war.

Wie zahlreiche seiner Vorgänger sollte der Freizeitsportler nach dem "Abschuss" sicher in einem Netz landen. Doch das Sicherheitssystem versagte. Der 23-Jährige schlug auf dem Boden auf und wurde mit schweren Verletzungen in ein Krankenhaus im nahe gelegenen Maidstone, der Hauptstadt der Grafschaft, gebracht. Dort starb er kurz darauf.

Augenzeuge Rob Hutchinson berichtete, statt fest gespannt zu sein, habe das Netz flach auf dem Boden gelegen, als der Stuntman mit dem Kopf voran auf den Boden gestürzt sei.

"Es herrschte Todesstille. Dann sagte der Ansager, dass es einen kleinen Unfall gegeben habe", sagte Hutchinson. Seine Frau berichtete, das Netz sei in dem Moment zu Boden gesunken, in dem der Stuntman abgeschossen worden sei.

Der Tod des Akteurs sei vermutlich auf das Versagen des Sicherheitsnetzes zurückzuführen, bestätigte die Polizei am Montag. Die Show wurde nach dem tödlichen Unfall bis auf weiteres ausgesetzt.

Der Website des Veranstalters Scott May zufolge waren neben der "menschlichen Kanonenkugel" unter anderem die Zerstörung von Monstertrucks und Feuerstunts zu sehen. Die Stuntshow tourte seit 1991 durch Großbritannien. Wie der "Guardian" berichtet, sollen die Sicherheitsvorrichtungen in der Vergangenheit immer einwandfrei funktioniert haben.

"Menschliche Kanonenkugeln" gibt es in Großbritannien seit 1877, als ein 14-jähriges Mädchen mit dem Künstlernamen Zazel erstmals im Londoner Westminster Aquarium mit der Nummer auftrat. Mindestens 30 Menschen sollen seitdem bei ähnlichen Stunts ums Leben gekommen sein.

Die Faszination für das gefährliche Experiment ist jedoch ungebrochen: Im vergangenen Monat hatte David "The Bullet" Smith Jr. mit 58 Metern Flugweite den Rekord seines Vaters aus dem Jahr 1998 um zwei Meter übertroffen.

ala/dapd/AFP



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