Demo gegen Bauwagen-Räumung Fünf Polizisten in Hamburg verletzt

Erst wurde friedlich demonstriert, dann flogen Flaschen und Böller: Bei einer Kundgebung gegen die geplante Räumung eines Bauwagenplatzes sind fünf Polizisten verletzt worden. Die Polizei nahm zwei Demonstranten fest.

DPA

Hamburg - Bei einer Demonstration gegen die geplante Räumung des umstrittenen Bauwagenplatzes "Zomia" in Hamburg sind fünf Polizisten verletzt worden. Zwei von ihnen mussten nach Polizeiangaben im Krankenhaus behandelt werden.

Einige der rund 2000 Demonstranten hatten Flaschen und Feuerwerkskörper auf die Beamten geworfen und dabei vier von ihnen verletzt. Eine Demonstrantin würgte laut Angaben der Behörde eine Polizistin so stark, dass diese ins Krankenhaus gebracht werden musste.

Die Demonstration hatte im Hamburger Stadtteil Sternschanze begonnen und zog dann in Richtung Innenstadt. Viele Protestierende kamen nach Polizeiangeben aus der linken Szene. Die Polizei begleitete die Kundgebung mit einem Großaufgebot, 2050 Beamte waren im Einsatz. Auf Fotos sind Demonstranten zu sehen, die auf Hausdächern Leuchtfeuer entzünden und Transparente herablassen. Auf mehreren Spruchbändern forderten sie "Zomia bleibt - Schreiber geht". Markus Schreiber (SPD) ist der Amtsleiter des Bezirks Mitte.

Dann flogen Böller und Flaschen, mehrere Beamte wurden getroffen. Der Veranstalter selbst löste die Demonstration in der Innenstadt daraufhin früher auf als geplant. Einsatzkräfte nahmen eine Tatverdächtige vorläufig fest, die eine Polizistin gewürgt haben soll. Fünf Menschen wurden zudem in Gewahrsam genommen.

Die ursprünglich gesetzte Frist zur Räumung des seit November 2010 bestehenden Bauwagenplatzes Zomia war am Donnerstag abgelaufen.

usp/dpa

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insgesamt 38 Beiträge
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ex_t_kunde 06.11.2011
1. Notwehr
Vermutlich haben sich die Demonstranten bedroht gefühlt und entsprechend in Notwehr gehandelt. Nach deutschem Recht dürfen sie dann Polizisten angreifen und sogar töten: Jedenfalls wurde mit dieser Begründung diese Woche ein Hells Angels durch den BGH frei (!) gesprochen, nachdem er einen Polizisten eines SEK heimtückisch und ohne Vorwarnung durch eine Tür hindurch erschossen hatte.
loncaros 06.11.2011
2. t
Ferndiagnose: Zerrung der rechten Schulter von exzessivem Schlagstockgebrauch.
H.D. 06.11.2011
3. Warum
Muss diese Demo in der Innenstadt verlaufen - will man dieses Gesocks dort haben? NEIN, also dann bitte doch dort demonstrieren, wo die Sache zur Tagespolitik gehört......cim Randbezirk !
Soyb 06.11.2011
4. Titel
Jeder der auf dieser Demonstration war, weiß dass die Polizei keine Lust hatte diese durch die Innenstadt laufen zu lassen, und sie die Demo grundlos angehalten hat, in der Hoffnung die Demo eskalieren zu lassen, um ihr Verhalten im Nachhinein rechtfertigen zu können. Die ist leider gelungen, und jetzt heisst es, aufgrund von Böllerwürfen wurde das ganze beendet... Der Spiegel sitzt doch in Hamburg, macht euch doch nächstes mal selber ein Bild davon, das sind keine 1500m!!!!
red angel, 06.11.2011
5. gesocks?
Zitat von H.D.Muss diese Demo in der Innenstadt verlaufen - will man dieses Gesocks dort haben? NEIN, also dann bitte doch dort demonstrieren, wo die Sache zur Tagespolitik gehört......cim Randbezirk !
an spon: zuerst gehört dieses thema nicht ins ressort panorama, sondern in die kategorie politik. an H.D.: dann frage ich mich ernsthaft, ob sie das wirklich so sehen, dass die innenstädte nur bestimmten ( besseren?) gruppen von menschen vorbehalten sind. sie bezeichnen die demonstranten als "gesocks". wieso? halten sie sie für minderwertig, parasitär oder was auch immer der deutsche spiesser am sonntagmorgen für seine feindbilder übrig hat? die leute demonstrieren für ein selbstbestimmtes leben und werden dabei von über 2000 schwer bewaffneten polizisten empfangen. wie würden sie sich da fühlen?
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