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Demos zum 1. Mai: Krawalle in Berlin - Randalierer festgenommen

Erst sah es nach einer ruhigen Walpurgisnacht in Berlin aus - dann gab es doch Ausschreitungen. Bei einer Demo in der Nacht zum 1. Mai bewarfen Autonome Polizisten mit Steinen und Glasflaschen, zündeten Feuerwerkskörper. Mehrere von ihnen wurden festgenommen.

Berlin - Die Polizei hat bei dem Fest zur Walpurgisnacht am Boxhagener Platz in Friedrichshain mindestens elf Personen vorläufig festgenommen. Ihnen werden unter anderem Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte und schwerer Landfriedensbruch vorgeworfen, sagte eine Polizeisprecherin am späten Abend.

Auf dem Boxhagener Platz hatten sich nach dem Abschluss einer Demonstration linker Gruppen und einer Kundgebung mit Konzert unter dem Motto "Gegen Yuppisierung und Umstrukturierung - G8 verhindern" laut Polizei insgesamt etwa 1700 Personen versammelt. Es flogen Glasflaschen und Feuerwerkskörper. Polizeibeamte setzten Augenzeugenberichten zufolge Pfefferspray ein. Warum die Situation eskalierte, konnte die Sprecherin nicht sagen.

Zuvor waren mehrere Feiern zur Walpurgisnacht und eine linke Demonstration weitgehend friedlich und störungsfrei verlaufen. Beim Aufzug der Linken von Kreuzberg nach Friedrichshain nahm die Polizei sieben Personen unter anderem wegen der Verunglimpfung des Staates und seiner Symbole, Sachbeschädigung und Verstoßes gegen das Vermummungsverbot fest. Der Marsch der Globalisierungskritiker endete am Boxhagener Platz, wo es dann zu den Auseinandersetzungen mit der Polizei kam. Angaben über Verletzte liegen noch nicht vor.

Ein Fest im Mauerpark in Prenzlauer Berg dagegen verlief friedlich und störungsfrei. "Hier ist es heute so ruhig wie seit 15 Jahren nicht mehr", sagte ein Polizist.

In den vergangenen Jahren war es in der Nacht zum 1. Mai und am Tag der Arbeit selbst in Berlin immer wieder zu schweren Krawallen gekommen. Die Polizei befürchtete in diesem Jahr wegen des bevorstehenden G-8-Gipfels Anfang Juni im Ostseebad Heiligendamm und dem 20. Jahrestag der Krawalle in Berlin eine höhere Gewaltbereitschaft in der autonomen Szene. Die Polizei ist wie in den vergangenen Jahren mit über 5000 Beamten aus dem ganzen Bundesgebiet im Einsatz.

Angefangen hatten die Randale zum Tag der Arbeit in Berlin 1987 im Anschluss an eine Demonstration in Kreuzberg: Es kam zu Straßenschlachten, und ein Supermarkt brannte ab. Das war die Initialzündung für die jährlichen Krawallrituale. In den vergangenen zwei Jahren waren die Ausschreitungen im
Anschluss an die Maifeiern nicht mehr so groß wie früher. Mit dem
von Anwohnern und dem Bezirksamt Kreuzberg organisierten Myfest war es gelungen, die Krawalle einzudämmen. Die Festbesucher nahmen den Randalieren den Platz. Im letzten Jahr wurden bei den Ausschreitungen am 1. Mai 179 Personen festgenommen, 68 Polizisten wurden zumeist leicht verletzt.

kai/AP/ddp/AFP

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Krawalle in Berlin 2007: Mit Gewalt in den Mai

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