Den Haag Richter verbietet Nudelsieb auf Passfotos

Sie glaubt an das fliegende Spaghettimonster und möchte ein Nudelsieb auf ihrem Kopf tragen - auch auf offiziellen Passfotos. Ein Richter hat das einer Niederländerin nun verboten.

Pastafari tragen ein Nudelsieb als Kopfbedeckung (Archiv)
picture alliance/ Scanpix Denma

Pastafari tragen ein Nudelsieb als Kopfbedeckung (Archiv)


Passfoto mit einem Nudelsieb auf dem Kopf? Da hört der Spaß für die niederländische Justiz auf. Das höchste Gericht wies die Forderung einer Frau aus Nijmegen ab.

Die Anhängerin der satirisch-kritischen "Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters" reichte das Nudelsiebpassfoto für ihren Ausweis und ihren Führerschein ein. Doch das Bild wurde von der zuständigen Behörde abgelehnt. Daraufhin klagte die Frau vor dem höchsten Gerichtshof der Niederlande.

Allerdings ohne Erfolg: Die "Spaghettimonster-Kirche" repräsentiere keine anerkannte Religion, urteilte der Raad van State in Den Haag. Daher könne der Parodistenverein keine Ausnahme von der Regel beanspruchen, dass auf Passfotos der Kopf unbedeckt sein muss. In Deutschland wird der Verein ebenfalls nicht als Kirche anerkannt.

Die Gruppierung wurde 2005 vom US-Physiker Bobby Henderson gegründet. Er wollte damit vor allem den zunehmenden Einfluss des Kreationismus auf den Schulunterricht kritisieren. Inzwischen hat die satirische Gemeinschaft weltweit Anhänger, sogenannte Pastafari. Als Gottheit wird das Spaghettimonster verehrt, Piraten gelten als die ursprünglichen Pastafari.

Auch in anderen Staaten, darunter in Deutschland, haben Anhänger der "Spaghettimonster-Kirche" solche Prozesse bereits verloren. 2015 entschied das Verwaltungsgericht Potsdam, dass einem "Pastafarianer" zu Recht ein Personalausweis mit einem Passbild mit Piratenkopfbedeckung verweigert worden sei.

kmy/dpa



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