Detektiv Michael Jackson rechnet mit Verurteilung

Wie eine US-Zeitschrift berichtet, rechnet der wegen Kindesmissbrauchs angeklagte US-Popstar Michael Jackson fest mit einer Verurteilung. Der Popstar habe "panische Angst" vor dem Gefängnis und sorge sich darum, ob man in Haftanstalten fernsehen könne, heißt es.


Michael Jackson: "Panische Angst" vor dem Gefängnis
AP

Michael Jackson: "Panische Angst" vor dem Gefängnis

Santa Maria - In der aktuellen Ausgabe der "Vanity Fair" wird der ehemalige Privatdetektiv des Sängers, Gordon Novel, zitiert. Dieser war von Jackson angestellt worden, um Ermittlungen anzustellen und zu beweisen, dass der Popstar Opfer eines Komplotts der Plattenverlage und der Justiz sei.

Im März, unmittelbar nach Beginn des Prozesses, habe sich der Angeklagte überzeugt gezeigt, dass er verurteilt werde, sagte Novel. Jackson habe "panische Angst" vor dem Gefängnis und ständig gefragt, wie es in einer Haftanstalt zugehe und ob er dort Fernsehen und Filme sehen könne.

Eigenen Angaben zufolge hatte Novel vergeblich versucht, Jackson davon zu überzeugen, dass er natürlicher und weniger bizarr in der Öffentlichkeit auftreten solle. Der Sänger habe wiederholt erklärt, gegen ihn sei eine Verschwörung im Gange; die Verantwortlichen hätten es auf sein Geld abgesehen. Der Detektiv berichtete, er habe sich damals von Jackson getrennt und sei jetzt mit seinen Informationen an die Medien herangetreten, weil sein ehemaliger Klient ihm noch 5000 Dollar Honorar schulde.

Der Jackson-Prozess vor dem Gericht im kalifornischen Santa Maria geht in diesen Tagen in die entscheidende Phase. Insgesamt hat die Staatsanwaltschaft in dem Prozess 80 Zeugen präsentiert, die Verteidigung 50. Für Morgen wird mit dem Beginn der Schlussplädoyers von Staatsanwaltschaft und Verteidigung gerechnet. Danach ziehen sich die zwölf Geschworenen, acht Frauen und vier Männer, zur Beratung über das Urteil zurück. Sollten sie den 46-jährigen Jackson für schuldig befinden, drohen ihm bis zu 20 Jahre Haft.

Der einstige "King of Pop" ist angeklagt, vor zwei Jahren einen damals 13-jährigen Jungen auf seiner Neverland-Ranch mit Alkohol gefügig gemacht und sexuell missbraucht zu haben. Außerdem wird ihm angelastet, den Jungen und seine Mutter wochenlang gegen ihren Willen auf seiner Ranch festgehalten zu haben. Jackson hat in allen Anklagepunkten auf nicht schuldig plädiert.



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