Dianas Seitensprünge 14 heimliche Lover

Der britische Boulevard veröffentlicht Tag für Tag intime Details aus dem nicht ganz so märchenhaften Leben von Prinzessin Diana. Der Urheber dieser Indiskretionen ist ausnahmsweise mal nicht der Gärtner, sondern der Butler. Im Buckingham Palace macht sich Panik breit, ihre Söhne flehen um Gnade. Doch nun legt die "Bild" nach.


Offensichtlich eine begehrte Frau: Lady Di
GMS

Offensichtlich eine begehrte Frau: Lady Di

London - Die "Bild am Sonntag" nimmt sich zwei Seiten Platz für Dianas Männer. "Fünf, die ganz sicher ihre Lover waren": Neben Dodi al-Fayed, der mit ihr 1997 in Paris starb, ihr "gut gebauter Rittmeister" James Hewitt, der Kunstsinnige Oliver Hoare, der "knackige" Rugbystar Will Carling und der pakistanischen Herzchirurg Hasnat Khan ("BamS": "Für ihn trug sie bei einem Besuch nur Pelzmantel und Stöckel, sonst nichts").

Ins Spekulative gleitet die "Bams" dann schon bei den kommenden sechs Lieberhabern ab, "mit denen die höchstwahrscheinlich eine Affäre hatte": Den graubärtigen Elektronikmogul Gulu Lalvani aus Indien, das "Kuschelchen" James Gilbey, den Major David Waterhouse, den Rocker Bryan Adams (In seinem Song "Diana" heißt es; "Ich sterbe für Di, lass mich rein!") und ihr "liebvoller Tröster" und Bodyguard Barry Mannakee, der zwischenzeitlich auch tödlich verunglückte.

Tröstete sie zum Schluss: Dodi al-Fayed
AP

Tröstete sie zum Schluss: Dodi al-Fayed

Um "Dianas Leibesreigen" ("BamS") rund zu machen, seien auch noch die aufgeführt, über die es nur Gerüchte gibt: Scheidungsanwalt Anthony Julkias, Schriftsteller Jeffrey Archer und Bodyguard-Schauspieler Kevin Kostner.

Doch bislang konnten sich die Prinzen nur über die britischen Medien beschweren und warfen Paul Burrell, dem Ex-Butler und Vertrauten von Lady Di, "kalten und offenen Verrat" an ihrer Mutter vor. In einer ungewöhnlich emotionalen Stellungnahme forderten sie den ehemaligen Diener der 1997 bei einem Unfall ums Leben gekommenen Prinzessin auf, mit den in der vergangenen Woche begonnen Veröffentlichungen seiner Enthüllungen um die Ex-Frau von Thronfolger Prinz Charles aufzuhören. Unter anderem war zu lesen, dass Diana wegen eines Mordkomplotts um ihr Leben fürchtete und ihren Unfalltod voraussagte.

Soll einer ihrer Liebhaber gewesen sein: Der "kunstsinnige" Oliver Hoare
DPA

Soll einer ihrer Liebhaber gewesen sein: Der "kunstsinnige" Oliver Hoare

Burrell teilte mit, er habe nichts zu bereuen und sein Buch sei nichts als "ein Tribut" an Diana. "Ich habe dieses Buch nur mit der einzigen Absicht geschrieben, die Prinzessin zu verteidigen", sagte Burrell. Burrell, der mehr als ein Jahrzehnt Dianas Diener war, beschrieb sich in dem Interview als Bewahrer der Geheimnisse über Diana. Er hoffe, dass die Prinzen ihre Meinung über sein Buch in Zukunft ändern. "Ich hoffe, dass sie eines Tages wissen möchten, wie ihre Mutter gelebt hat", sagte er. "Sie hat ein sehr einsames Leben geführt. Ich bin der Einzige, der Zeuge dieses Lebens war."

"Diana sähe sich gedemütigt"

"Kuschelchen": James Gilbey
DPA

"Kuschelchen": James Gilbey

In der Stellungnahme des 21 Jahre alten Prinz William, der diese auch im Namen seines 19-jährigen Bruders abgab, hieß es, Diana sähe sich von Burrells Vorgehen "gedemütigt", wenn sie noch leben würde. "Wir können nicht glauben, dass Paul, dem so viel Vertrauen entgegengebracht wurde, seine Position für einen solchen kalten und offenen Verrat missbrauchen würde", hieß es. Sie seien bereit, Burrell, den sie von klein auf kennen, zu treffen. Der Ex-Diener erklärte sich damit einverstanden.

"Wir bitten Paul, diese Enthüllungen zu beenden", heißt in der Stellungnahme der Söhne. Doch diese stammt offenbar nicht nur von den beiden ganz persönlich. Denn die "Sun" berichtete am Wochenende unter Berufung auf Berater der Königlichen Familie, auch Prinz Charles sei von den Veröffentlichungen "zutiefst verletzt" und stehe hinter dem Appell von Harry und William.

Unterdessen kündigte Burell weitere Enthüllungen über Dianas Privatleben an. Die bisher bekannt gewordenen Enthüllungen aus seinem Buch über Diana seien erst die "Spitze des Eisbergs" gewesen, sagte Burrell am Sonntag in einem Interview mit der "Sunday Times".

"William und Harry sind Kleingeister"

In dem Zeitungsinterview wies er auch die Kritik ihrer Söhne zurück. Burrell bezeichnete die Prinzen William und Harry als "Kleingeister", die von den Mitgliedern der Königsfamilie verdorben worden seien. Er sagte, dass er keinen Verrat an Diana begehe: "Ich weiß, wo die Grenze ist und ich überschreite diese Linie nicht. Alles, was ich enthülle, ist dazu da, um eine Tatsache zu veranschaulichen."

Der "Daily Mirror" veröffentlicht derzeit in einer Serie ein Buch des Ex-Butlers über seine Jahre bei Diana bis zu ihrem Tod in Paris. Das Buch mit dem Titel "A Royal Duty" erscheint am Montag. Rechtlich kann die Königliche Familie gegen die Veröffentlichungen nach Expertenansicht nicht vorgehen. Für das Buch soll Burrell nach unterschiedlichen Angaben bis zu 700.000 Euro bekommen.

Wird nach dem Verkauf von Liebesbriefen nur noch die "Ratte" genannt": Der britische Major James Hewitt
DPA

Wird nach dem Verkauf von Liebesbriefen nur noch die "Ratte" genannt": Der britische Major James Hewitt

Darin zitiert er etwa aus einem von der Prinzessin an ihn geschrieben Brief, worin sie von einem Mordkomplott gegen sie schrieb und ihren eigenen Unfalltod voraussagte. Zu den Veröffentlichungen gehört auch ein Brief von Earl Charles Spencer, dem Bruder Dianas, in dem er sich Sorgen um den Geisteszustand der Prinzessin machte, oder Berichte über ihre Verehrer nach der Scheidung von Prinz Charles.

Im vergangenen Jahr war Burrell nach dem Eingreifen von Königin Elizabeth II. in einem Prozess wegen des Diebstahls von Andenken wie etwa Briefen und persönlichen Gegenständen Dianas freigesprochen worden.

Diana war im Alter von 36 Jahren bei dem Unfall in Paris gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten Dodi al Fayed und dem Chauffeur Henri Paul ums Leben gekommen. Eine französische Untersuchung hat als Ursache des Unfalls Trunkenheit des Fahrers und überhöhte Geschwindigkeit festgestellt.



© SPIEGEL ONLINE 2003
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.