Diebstahl-Prozess Bewährungsstrafe für Winona Ryder

Winona Ryder muss nicht ins Gefängnis. Ein Gericht in Beverly Hills verhängte gegen die wegen Ladendiebstahls und Vandalismus verurteilte Schauspielerin eine dreijährige Bewährungsstrafe. Der Richter hielt ihr eine Standpauke.


Winona Ryder im Gerichtsgebäude von Beverly Hills
REUTERS

Winona Ryder im Gerichtsgebäude von Beverly Hills

Beverly Hills - Neben der Bewährungsstrafe verhängte Richter Elden Fox eine Geldstrafe und eine Entschädigungszahlung an das Kaufhaus Saks Fifth Avenue in Höhe von insgesamt rund 10.000 Dollar (10.000 Euro). Zudem muss Ryder 480 Stunden Sozialdienst ableisten und sich einem Drogenentzugsprogramm und einer Psychotherapie unterziehen. Nach kalifornischem Recht drohte Ryder wegen der angeklagten Taten eine Höchststrafe von bis zu drei Jahren Haft.

Die Verkündung des Strafmaßes wurde vom US-Sender CNN live ausgestrahlt. Die blass aussehende Schauspielerin verfolgte die Anhörung mit starrem Blick. Der Richter warnte die 31-Jährige, erneut zu stehlen. Dann müsste sie mit einer Gefängnisstrafe rechnen, sagte Fox.

Mit leiser Stimme antwortete Ryder, dass sie diese Warnung verstehe. Der Richter betonte auch, dass sich der Star in der Bewährungszeit strikt an die Auflagen halten müsse. Fox folgte weitgehend den Strafempfehlungen der Staatsanwaltschaft, ignorierte aber deren Forderungen nach einem Führerscheinentzug und einer höheren Geldstrafe.

Der Richter hielt Ryder vor, durch ihr Verhalten viele Menschen enttäuscht zu haben, und bedauerte ihre Unfähigkeit, Reue für die Tat zu zeigen.

Ryder war im Dezember vergangenen Jahres in dem Nobelkaufhaus Saks Fifth Avenue verhaftet worden. Sicherheitsbeamte fanden in den Einkaufstüten der Schauspielern unbezahlte Waren im Wert von über 6000 Dollar. Nach US-Medienberichten wurden auch acht verschiedene Medikamente, darunter das starke Schlafmittel Valium, gefunden.

Ryders Anwalt Mark Geragos stellte den Fall als Missverständnis und seine Mandantin als Opfer von übereifrigen Sicherheitsleuten dar. Der Hollywoodstar hatte in allen Anklagepunkten auf "nicht schuldig" plädiert.



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