Disco-Anschlag Handgranaten-Werfer muss zwölf Jahre hinter Gitter

Das Hamburger Landgericht hat den Attentäter des blutigen Handgranaten-Anschlags in der Hamburger Discothek "J´s" zu zwölf Jahren und neun Monaten Haft verurteilt. Bei der Attacke waren im vergangenen Jahr neun Menschen lebensgefährlich verletzt worden.


Dogac: Langjährige Haftstrafe
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Dogac: Langjährige Haftstrafe

Hamburg - Der Vorsitzende Richter der Schwurgerichtskammer erklärte, der 29-jährige Cüneyt Dogac habe mit der Tat der "Angst in Discos eine neue Dimension gegeben". Es sei ein Zufall gewesen, dass die Opfer die Tat überlebten. Die Kammer lag mit dem Urteil deutlich über dem Antrag des Staatsanwalts. Dieser hatte vergangene Woche zehn Jahre und neun Monate Haft gefordert.

Am 29. April vergangenen Jahres hatte Dogac im VIP-Bereich der gut besuchten Disco eine Splitterhandgranate gezündet. Das Gericht verurteilte den in Hamburg geborenen Türken wegen mehrfach versuchten heimtückischen Mordes an arglosen Opfern, Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion, gefährlicher Körperverletzung und Verstoßes gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz. Außerdem hatte Dogac Drogen eingeschmuggelt.

Der 29-Jährige hat die Tat in Teilen gestanden. Dogac erklärte jedoch einschränkend, er sei zu der Tat von einem Schuldner, einem so genannten "Mister X", gezwungen worden, den er aus Angst nicht benennen wollte. Der Anschlag habe dem bekannten Party-Veranstalter Michael Ammer als Warnung gegolten, der Schulden bei "Mister X" habe.

Dogac ist mehrfach, unter anderem wegen Körperverletzung vorbestraft. Der 29-Jährige wird nach der Haft in die Türkei abgeschoben, da er immer noch einen türkischen Pass besitzt.



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