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Diskriminierendes Gedankengut: Russland verbietet Hitlers "Mein Kampf"

Mehr als sechs Jahrzehnte nach Kriegsende hat Russland Adolf Hitlers Buch "Mein Kampf" verboten. Die russische Generalstaatsanwaltschaft begründete den Schritt mit dem militaristischen Gedankengut des Werks.

Moskau - Rund 65 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs hat Russlands Hitlers Machwerk "Mein Kampf" verboten: Das 1925 erstmals veröffentlichte Buch sei militaristisch und rechtfertige die Diskriminierung und Vernichtung bestimmter Menschen, begründete die russische Generalstaatsanwaltschaft den Schritt am Freitag. Die dargelegten Ideen hätten zum Ausbruch des Zweiten Weltkriegs geführt. Bisher war "Mein Kampf" in Russland nicht als extremistisch eingestuft worden.

In Deutschland ist das Buch seit 1945 verboten. Obwohl die Schrift nicht nur anti-jüdische, sondern auch anti-russische Passagen enthält, hat es bei rechtsextremen Gruppen in Russland Anklang gefunden. Rechtsextremisten haben in der ehemaligen Sowjetunion zuletzt vermehrt Zulauf erhalten.

Im vergangenen Jahr starben nach Angaben der Menschenrechtsgruppe Sova 60 Menschen bei Angriffen mit rechtsextremen Hintergrund, 306 wurden verletzt. Eine Sova-Sprecherin kritisierte, das Verbot von "Mein Kampf" sei der Versuch des Staates, ein härteres Vorgehen gegen den Rechtsextremismus zu demonstrieren. Die Verbreitung des Buches werde angesichts der Möglichkeiten durch das Internet aber nicht gestoppt.

han/Reuters

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