Gefährliche Kälte DLRG warnt vor einsamen Ausflügen aufs Eis

Die knackige Kälte lässt in Deutschland etliche Gewässer zufrieren. Wer das Eis betritt, begibt sich unter Umständen jedoch in Lebensgefahr, mahnt die DLRG. Es gab bereits mehrere Unfälle.

Großräschener See, Brandenburg
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Großräschener See, Brandenburg


Im Süden und Westen Deutschlands steigen die Temperaturen langsam, im Norden und Osten dagegen bleibt es bitterkalt: In Barth an der Ostsee wurden in der Nacht eisige minus 17,5 Grad gemessen, wie der Wetterdienst Kachelmannwetter mitteilte. In Berlin waren es minus 12 Grad. Viele Seen sind bei dieser Kälte zugefroren - und das versetzt die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) in Alarmbereitschaft.

Die Kälte verlockt zu Spaziergängen übers Eis, und die können lebensgefährlich werden, wenn Menschen einbrechen. Im gesamten Bundesgebiet habe es in den vergangenen Tagen bereits Unfälle gegeben, teilte die DLRG mit. Die genaue Zahl habe man nicht erfasst.

Im Hamburg meldete die Feuerwehr etwa, auf einem See sei eine Schlittschuhläuferin ins Eis eingebrochen. Zwei andere Menschen konnten die Frau demnach retten. Als die Feuerwehr eintraf, hätten sie und ihre beiden Helfer jedoch das Weite gesucht. Passanten hatten das Geschehen beobachtet und den Notruf gewählt.

Feuerwehr-Übung in Hamburg
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Feuerwehr-Übung in Hamburg

Die DLRG mahnt: Sicher seien zugefrorene Seen erst ab einer Eisdicke von rund 15 Zentimetern, bei Flüssen sollte das Eis 20 Zentimeter dick sein. Außerdem solle man immer zu zweit oder mit mehreren auf Eisflächen gehen, um im Notfall Hilfe holen zu können.

Rettungskette bilden

Wenn man beobachte, dass jemand ins Eis einbreche, sei es am wichtigsten, zuallererst einen Notruf abzusetzen. Danach solle man nicht unüberlegt aufs Eis rennen, sondern liegend an den Menschen im Eis - idealerweise mit Unterstützung weiterer Helfer und einem langen Gegenstand wie einem Ast. Den könne man dem Verunglückten reichen und ihn dann aus dem Wasser ziehen.

Auch eine Rettungskette von liegenden Helfern, die sich gegenseitig absichern, könne helfen. Es sei sehr wichtig, den Geretteten anschließend zu wärmen und medizinische Hilfe zu holen. Sonst drohe eine Unterkühlung.

Wer einmal eingebrochen ist, kann sich nach Erfahrung der Lebensretter kaum selbst wieder aus seiner Notlage befreien. Der sinnvollste Versuch sei, sich bäuchlings oder rücklings aufs Eis zu schieben und sich mit den Füßen an der anderen Seite der Einbruchstelle abzustützen. Damit es gar nicht erst so weit komme, solle man sich sofort hinlegen, sobald das betretene Eis zu knacken beginne - und dann robbend auf dem Weg, auf dem man gekommen sei, Richtung Ufer bewegen.

Ein kräftiges Tief sorgt laut Deutschem Wetterdienst (DWD) in den nächsten Tagen für steigende Temperaturen. Damit lässt Deutschland die kältesten Tage des Winters hinter sich.

fok/dpa

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