Dortmund Hochhaus Hannibal II soll endgültig geschlossen werden

Nach der Räumung eines Dortmunder Hochhauskomplexes im vergangenen Jahr müssen sich die Mieter endgültig neue Wohnungen suchen. Das Gebäude darf ab Mitte Februar nicht mehr betreten werden.

Der Wohnkomplex Hannibal II in Dortmund Dorstfeld
DPA

Der Wohnkomplex Hannibal II in Dortmund Dorstfeld


Im September vergangenen Jahres wurde das Dortmunder Hochhaus "Hannibal II" wegen gravierender Brandschutzmängel evakuiert. Nun teilte die Stadt mit, dass die Mieter ihre Wohnungen komplett räumen müssen.

Der Vertreter des Eigentümers Intown habe mitgeteilt, sie müssten Möbel und sonstiges Inventar bis zum 15. Februar aus den Wohnungen entfernen, erklärte die Stadt. Danach dürfe das Gebäude nicht mehr betreten werden, Umzüge seien nicht mehr möglich. Versorgungsleitungen wie Wasser und Strom würden abgetrennt. Eine Intown-Sprecherin kündigte an, dass das Unternehmen sich in der neuen Woche äußern werde.

Das Hochhaus "Hannibal II" mit mehr als 400 Wohnungen war im September vergangenen Jahres kurzfristig geräumt worden. Viele der mehr als 750 Bewohner haben seitdem noch keine dauerhafte neue Bleibe gefunden, sodass ihre Möbel noch in den Wohnungen stehen. Bislang können die Mieter die Wohnungen noch in Begleitung eines Sicherheitsdienstes betreten.

Der Dortmunder Mieterverein hält die Schließung des Gebäudes für unzulässig: Bewohner mit bestehendem Mietverhältnis hätten ein Recht auf Zugang zur eigenen Wohnung. Intown müsse auch die Heizungsanlage in Betrieb lassen, um Schäden am Eigentum der Mieter auszuschließen, teilte er mit.

Intown hält die Räumung für nicht rechtens und hat die Stadt verklagt. Auf die genannten Mängel hätte ihrer Ansicht nach mit weniger schwerwiegenden Maßnahmen reagiert werden können. Im vergangenen Oktober hatte das Unternehmen mitgeteilt, die Beseitigung der genannten Mängel und weitere Modernisierungsmaßnahmen würden rund zwei Jahre dauern.

bbr/dpa



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