Eisglatte Straßen: Auto rutscht in Lkw - drei Tote

Winterwetter: Gefährliche Glätte auf Deutschlands Straßen Fotos
dapd

Autofahrer in ganz Deutschland kämpfen mit dem Winterwetter. Schon am Vormittag ereigneten sich etliche Unfälle - auf der Autobahn 13 in Brandenburg starben drei Menschen, als ihr Pkw unter einen Lastwagen rutschte. Meteorologen prognostizieren für die nächsten Tage wenig Gutes.

Hamburg - Schnee und Eis verursachen weiterhin extrem gefährliche Verhältnisse auf deutschen Straßen: Am Morgen kamen drei Menschen bei einem Auffahrunfall auf der Autobahn 13 in Brandenburg ums Leben. Ihr Auto war in der Nähe von Duben im Landkreis Dahme-Spreewald unter einen vorweg fahrenden Lastwagen gerutscht. Vermutlich hatte der Fahrer des Kleinwagens das Ende eines Staus übersehen, der durch den Unfall eines weiteren Lastwagens verursacht worden war. Dieser hatte sich auf der glatten Fahrbahn quergestellt und einen Teil seiner Ladung verloren.

In der Nacht zu Dienstag fiel vor allem im Norden und Osten sowie im Südwesten Schnee. Besonders im Norden gerieten am frühen Morgen viele Autofahrer auf dem Weg zur Arbeit ins Rutschen. Dabei kam es aber meist nur zu Blechschäden. Die Autofahrer hätten sich an die schneebedeckten Straßen gewöhnt, berichteten die niedersächsischen Polizeileitstellen.

Auf der A4 in Thüringen sorgte ein Unfall auf der eisglatten Werrabrücke bei Eisenach mit acht Fahrzeugen für Behinderungen. Drei Menschen wurden leicht verletzt. Die A4 war in Richtung Frankfurt am Main zeitweilig voll gesperrt. Rettungskräfte befreiten am frühen Morgen auf der B12 bei Hohenlinden in Bayern einen Lastwagenfahrer aus seinem Fahrzeug. Zuvor war ein Sattelzug auf der mit Schneematsch bedeckten Straße ins Schleudern gekommen und mit dem Auflieger gegen die Fahrerkabine geknallt.

An zahlreichen Orten fuhren Räumfahrzeuge auf Straßen und Gehwegen Dauereinsätze. Autofahrer befreiten ihre Fahrzeuge von Schnee und Eis, Ladenbesitzer streuten auf den Fußwegen vor ihren Geschäften Sand. Der Schiffsverkehr zwischen der Nordseeinsel Wangerooge und dem Festland fiel am Vormittag wegen Niedrigwassers und Eisgangs aus. Urlauber mussten auf die Inselflieger ausweichen.

Einige Flugausfälle in Frankfurt

Schon am Montag hatte es wegen des Winterwetters in weiten Teilen Deutschlands Staus und Unfälle gegeben. Bis zu 70 Kilometer lang war zeitweise ein Megastau auf der A4 in Thüringen an der Grenze zu Hessen. Erst am Abend floss der Verkehr dort wieder.

Auf der Autobahn 1 zwischen Münster und Osnabrück kam am späten Montagabend ein Lastwagen auf spiegelglatter Straße ins Schleudern, ein weiterer Lastwagen prallte gegen das querstehende Fahrzeug. Die Polizei schätzte den Sachschaden auf 250.000 Euro - verletzt wurde niemand. Auch in Sachen-Anhalt und Niedersachsen stellten sich Lastwagen quer, mehrere Autobahnen mussten deshalb zeitweise gesperrt werden.

Der Frankfurter Flughafen erwartet weiter Störungen im Flugplan, auch wenn sich die Situation deutlich entspannt hat. Passagiere müssten aber noch mit Verspätungen und einzelnen Flugausfällen rechnen, sagte ein Sprecher. Bis zum späten Mittag wurden auf Deutschlands größtem Airport 104 von rund 1200 geplanten Flügen annulliert, sagte eine Sprecherin des Flughafenbetreibers Fraport. 60 Verbindungen nach und 44 ab Frankfurt wurden wetterbedingt gestrichen.

Nach Eisregen und starkem Schneefall waren am Montag 543 von 1190 Flügen ausgefallen. Wenige Dutzend Passagiere, die den Transitbereich mangels Visum nicht verlassen durften, mussten dort in Feldbetten übernachten. "Der Großteil der Leute ist aber in Hotels untergebracht worden", sagte der Sprecher.

In der Hauptstadt brachten die eisigen Temperaturen den Bahnverkehr durcheinander. Eine Weichenstörung bei der Berliner S-Bahn sorgte am Bahnhof Ostkreuz für Zugausfälle und Verspätungen, wie ein Sprecher des Unternehmens sagte. Einzelne Verspätungen gab es auch bei der Ringbahn.

Für die nächsten Tage gibt der Deutsche Wetterdienst keine Entwarnung: Durch östliche Luftströmung werden im ganzen Land Dauerfrost und Glätte erwartet.

cvb/dpa/dapd

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