Bruchlandung vor Weißem Haus Betrunkener Pentagon-Mitarbeiter lenkte abgestürzte Drohne

Vor zwei Tagen landete eine Drohne im Garten des Weißen Hauses. Nun hat sich der Verantwortliche gemeldet: Er arbeitet für das US-Verteidigungsministerium - und war zum Zeitpunkt der Bruchlandung betrunken.

Drohne im Garten vor dem Weißen Haus: Werk eines Betrunkenen
REUTERS

Drohne im Garten vor dem Weißen Haus: Werk eines Betrunkenen


Washington - Die Nachricht sorgte für Aufregung in der US-Hauptstadt: Im Garten des Weißen Hauses war eine Drohne gelandet. Jetzt hat sich der Verantwortliche gemeldet: Es ist ein Regierungsangestellter, der offenbar zu viel getrunken hatte.

Die "New York Times" berichtet, der Mann arbeite für die National Geospatial Intelligence Agency, eine Pentagon-Behörde, die Geodaten analysiert. Er soll die Drohne, die ihm ein Freund geliehen hatte, nachts um drei Uhr vom Balkon einer Wohnung in der Nähe des Weißen Hauses aus gestartet haben. Dann verlor er die Kontrolle über das Fluggerät. Bevor er sich schlafen legte, schrieb er noch eine SMS an seinen Freund, dass er Angst habe, die Drohne sei auf das Grundstück des Weißen Hauses gestürzt. Die Antwort bekam er am nächsten Morgen: Ja, sie war genau dort abgestürzt.

Der Mann rief daraufhin bei seinem Arbeitgeber an, der wiederum den Secret Service benachrichtigte. Ein Sprecher der National Geospatial Intelligence Agency sagte, man nehme den Vorfall sehr ernst. Der Mann habe beruflich nichts mit Drohnen zu tun, der Vorfall sei in seiner Freizeit passiert, "mit einem persönlichen Gegenstand". Ob er nun eine Strafe fürchten muss, sagte er nicht.

US-Präsident Barack Obama äußerte sich zu dem Vorfall in einem Interview mit dem Fernsehsender CNN: Die Regierung hinke der technischen Entwicklung hinterher. Für Drohnen, die mittlerweile jeder günstig kaufen könne, gebe es bislang keine Regulierung. Er wolle nun versuchen, einen Rahmen zu schaffen, "um sicherzustellen, dass wir das Gute kriegen und das Böse minimieren".

Die amerikanische Bundesluftfahrtbehörde arbeitet derzeit an strengen Regeln für kommerzielle und private Drohnen. Bislang gilt: Hobbypiloten dürfen Drohnen nicht höher als 120 Meter steigen lassen und müssen sie stets in Sichtweite haben. Im März 2014 war ein kleines Flugzeug mit 50 Sitzplätzen im US-Bundesstaat Florida beinahe mit einer privaten Drohne zusammengestoßen - in 700 Metern Höhe.

Das Fliegen von Drohnen über Washingtons Machtzentren ist aus Sicherheitsgründen komplett verboten. In der Vergangenheit hatte es mehrfach Sicherheitspannen im Weißen Haus gegeben. Unter anderem war es Eindringlingen gelungen, über den Zaun zu klettern und in das Gebäude zu rennen.

vet/AP



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insgesamt 8 Beiträge
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Seite 1
hschmitter 28.01.2015
1.
Wie so oft - die innere Bedrohung wird unterschätzt. Abgesehen davon, laßt diese alberne Fettdruckerei - mein latent vorhandener Augenkrebs entzündet sich dann sehr schnell.
c.PAF 28.01.2015
2. Drohne?
Zum Glück ist eben keine Drohne abgestürzt, sondern nur ein Quadrokopter. Warum wird hier also von einer Drohne gesprochen?
Bernhard.R 28.01.2015
3. Als Privatmann mit einem privaten Copter
Was passiert wohl, wenn das ein Militär mit einem bewaffneten Copter macht?
koenigludwigiivonbayern 28.01.2015
4. Geheimwaffe
Das, was hier in Frankreich vorgeschlagen wird, um Drohnen über Atomkraftwerken zu bekämpfen, dürfte auch in den USA nicht ganz unbekannt sein: die Schrotflinte.
mensch-maennlich 28.01.2015
5.
Glaubt das wirklich irgendjemand? Das hört sich wie eine ganz schlechte Cover-Story aus einem Agentenfilm an. Na klar..."zufällig" hat ein Mitarbeiter eines Geheimdienstes...natürlich betrunken...eine Drohne in den Garten des weißen Hauses gesteuert.... Was ist wohl wirklich passiert? Der Secrect Service wußte wohl nichts, sonst hätte man die Meldung nicht so an die Öffentlichkeit gegeben. Vielleicht ein Experiment? Oder ein Anschlagsversuch bzw. ein Test dafür, von dem man nicht möchte das er öffentlich wird? Z.b. weil man die Täter nicht warnen möchte oder keine Panik verbreiten will? Vielleicht gehören diese Drohnen aber auch besonders nach den kürzlichen Vorfällen mit Eindringlingen zum Sicherheitskonzept und man will das nicht öffentlich zugeben? Aber dann wüßte wohl der Secret Service davon und hätte den Fund der Drohne gar nicht erst bekannt gegeben. Ich vermute sie haben keine Ahnung wer die Drohne gesteuert hat und warum. Das wollen sie aber nicht zugeben und diesen Fall möglichst schnell offiziell abschließen. Also wird ein kleiner Geheimdienstmitarbeiter aus dem Hut gezaubert, eine SMS gefälscht und fertig ist der Fall. Vielleicht erschreckt die Verantwortlichen auch, daß sie auf einen Drohnen"angriff" überhaupt nicht vorbereitet wären und keinerlei Abwehrmöglichkeiten hätten. Natürlich möchte man sowas auch nicht öffentlich machen.
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