Verurteilte Norwegerin in Dubai Erst vergewaltigt, dann ins Gefängnis

Marte Deborah Dalelv hat in Dubai ihre Vergewaltigung angezeigt. Doch weder Polizisten noch Richter wollten der 24-jährigen Norwegerin glauben. Jetzt wurde sie zu einem Jahr und vier Monaten Haft verurteilt.

Marte Deborah Dalelv: Gefängnisstrafe in Dubai
DPA/ Facebook/ Familie Dalelv

Marte Deborah Dalelv: Gefängnisstrafe in Dubai


Dubai - Eine 24-jährige Norwegerin ist von einem Gericht in Dubai zu einer Gefängnisstrafe verurteilt worden, nachdem sie ihre Vergewaltigung angezeigt hatte. Laut der norwegischen Zeitung "Aftenposten" wurde Marte Deborah Dalelv für außerehelichen Sex, Meineid und Alkoholkonsum zu einer Haft von einem Jahr und vier Monaten verurteilt. Weder Polizisten noch Richter hätten der jungen Frau geglaubt, dass sie vergewaltigt worden sei, berichtete die norwegische Nachrichtenagentur NTB.

Die 24-Jährige aus Tønsberg arbeitete offenbar seit 2011 für eine Inneneinrichtungsfirma in Katar. Sie sei im März nach einer Feier in Dubai gemeinsam mit Kollegen auf dem Rückweg in ein Hotel gewesen, sagte sie der Boulevardzeitung "Verdens Gang". Sie sei angetrunken gewesen, ein männlicher Kollege habe sie in sein Hotelzimmer gezerrt, statt sie in ihr eigenes zu bringen. Dort soll es zu der Vergewaltigung gekommen sein. Als Dalelv den Übergriff bei der Polizei angezeigt habe, habe man ihr gesagt: "Du weißt, dass dir niemand glauben wird." Dann sei sie festgenommen worden.

Laut NTB wurde Berufung gegen das Gerichtsurteil eingelegt. Bis zum Beginn des Verfahrens im September sitze Dalelv nun aber ohne Pass in den Vereinigten Arabischen Emiraten fest.

"Das geht stark gegen unseren Sinn für Gerechtigkeit", sagte der norwegische Außenminister Espen Barth Eide NTB. Es sei seltsam, dass man eine Vergewaltigung anzeige und dann für ein Verbrechen verurteilt werde, das "in unserem Teil der Welt" gar kein Verbrechen sei. Die Regierung wolle sich für Dalelv einsetzen.

gam/aar/dpa

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