Düsseldorf Mädchen zerkratzen Galerie-Fassade - Eltern schauen offenbar zu

In Düsseldorf haben Kinder Liebesbotschaften in die Fassade einer Galerie geritzt. Der Leiter der "Sammlung Philara" ist entsetzt: Die Eltern sollen dem Treiben zugesehen haben, ohne einzugreifen.

Der Eingang zur privaten Kunstsammlung Philara von in Düsseldorf
DPA

Der Eingang zur privaten Kunstsammlung Philara von in Düsseldorf


O+M=OM steht neuerdings auf der Fassade der Galerie "Sammlung Philara". Mit Herzchen drüber. Das ist schön für O und M. Überhaupt nicht witzig findet das allerdings der Sammler der dort ausgestellten 1300 Objekte, Gil Bronner.

Ersten Erkenntnissen zufolge sollen zwei Mädchen am Samstag die Teenie-Botschaft in den Rost geritzt haben, mutmaßlich mit Steinen. Das Gekritzel zieht sich über mehrere Meter der Fassade.

"Die Kinder können nichts dafür", sagt Bronner der "Rheinischen Post". Allerdings sei es ihm ein Rätsel, warum die Erziehungsberechtigten nicht eingegriffen hätten. Die sollen aus unmittelbarer Nähe dem Treiben ihrer Kinder zugeschaut haben, ohne einzuschreiten.

Zwei Überwachungskameras zeichneten den Vorgang auf. Zu sehen ist, wie sich zwei Erwachsene zu den beiden Mädchen gesellen und ihnen beim Kratzen zusehen. "Ich hoffe, dass sich die Eltern bei mir melden", sagte Bronner.

Vor zwei Jahren hat der Kunstsammler das Ausstellungshaus eröffnet und dafür eine ehemalige Glasfabrik umbauen lassen. Der Bund Deutscher Architekten hatte das Gebäude mit dem "Architekturpreis NRW 2018" ausgezeichnet.

Die Fassade ist aus Cortenstahl gefertigt, der mit der Zeit eine typische Patina entwickelt. Er bildet durch Witterungseinflüsse eine Sperrschicht unter der eigentlichen Rostschicht, die vor Korrosion schützt. Die Kritzeleien sind offenbar nicht ohne Weiteres zu entfernen. Unter Umständen müssten Fassadenteile ausgetauscht werden, hieß es. Bronner will der "Bild"-Zeitung zufolge jetzt Schadensersatz einfordern.

ala

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