Duisburg Zehn Tote bei Massenpanik auf Love Parade

In Duisburg sind bei einer Massenpanik vor dem Love-Parade-Gelände mindestens zehn Menschen getötet worden. Mindestens zehn Menschen wurden schwer verletzt, einige müssen nach Polizeiangaben reanimiert werden. Noch haben die Veranstalter die Feiernden nicht über das Unglück informiert.


Es sollte ein Freudenfest werden, dann kam es gegen 17 Uhr in Duisburg zu dem furchtbaren Ereignis: Laut ersten Polizeiberichten starben zehn Menschen bei einer Massenpanik, mindestens zehn mussten wiederbelebt werden. Dutzende sollen verletzt worden sein.

Der WDR berichtete, Teilnehmer seien über die gesperrte Autobahn A 59 neben dem Festivalgelände am alten Güterbahnhof südlich des Duisburger Hauptbahnhofs gelaufen - und dann in den Tunnel in der Karl-Lehr-Straße. Dieser sei zum Nadelöhr geworden, dort sei es dann zu der Massenpanik gekommen.

Auch nach dem Unglück tanzten Hunderttausende Menschen auf dem Gelände. Die Feiernden wurden zunächst nicht über das Unglück informiert.

Rettungskräfte versuchen gleichzeitig, sich durch die Menschenmassen zu kämpfen. Angesichts der immensen Besucherzahl von bis zu 1,4 Millionen ist das extrem schwierig. Polizei- und Rettungswagen rückten auf der benachbarten Schnellstraße zum Großeinsatz an. Sanitätshubschrauber landeten auf der Autobahn.

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Duisburg: Katastrophe bei der Love Parade
Teilnehmer wurden gegen 18 Uhr aufgerufen, nach Hause zu gehen, trotzdem dröhnte die Musik weiter - während gleichzeitig Fluchtgitter geöffnet wurden und Teilnehmer aggressiv wurden, weil sie nicht mehr auf das Gelände kamen. Informationen zu dem Unglück wurden zunächst nicht über die Lautsprecher verbreitet, viele Feiernde erfuhren per SMS von dem Unglück. Offenbar wollten die Veranstalter die Party nicht sofort abbrechen, um eine weitere Panik zu vermeiden. Nach Angaben des WDR war das Handynetz teilweise überlastet.

Die Lage am Hauptbahnhof spitzte sich nach Angaben des WDR zu, weil immer mehr Teilnehmer dorthin strömten, viele betrunken. Die Einsatzkräfte würden befürchten, dass es auch dort zu Panik kommen könne.

Der Zugverkehr in Richtung Süden wurde kurz nach 18 Uhr gestoppt. Bahnsprecher Udo Kampschulte sagte der dpa, durch die Panik seien viele Leute auf die Gleise in der Nähe des Loveparade-Geländes ausgewichen. "Sämtliche Gleise sind jetzt gesperrt", so Kampschulte. Mittlerweile würden sich die Menschen vor dem Hauptbahnhof stauen. "Wir wollen versuchen, die Leute in Richtung Norden rauszubekommen". Neben der Bahnsicherheit sei auch die Bundespolizei im Einsatz.

Die Bundespolizei war mit über 1200 Polizeibeamten im Einsatz. Die Love Parade wurde rund um das Gebiet des alten Duisburger Güterbahnhofs gefeiert. Die erstmals 1989 in Berlin gestartete Love Parade fand zum ersten Mal seit zwei Jahren wieder statt.

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jule/dpa/AP/Reuters/AFP



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