East Side Gallery in Berlin Unbekannte schlagen Wachmann zusammen

Nach den Querelen an der East Side Gallery im Berliner Stadtteil Friedrichshain ist ein Wachmann verletzt worden. Unbekannte drangen nachts in die Baustelle ein und schlugen den Mann nieder.

Polizist an der East Side Gallery in Berlin: Am Sonntag gab es erneut Proteste
DPA

Polizist an der East Side Gallery in Berlin: Am Sonntag gab es erneut Proteste


Berlin - Seit Wochen gibt es Streit wegen der East Side Gallery in Berlin - nun haben Unbekannte einen Wachmann auf dem Baugelände an der Mauer im Stadtteil Friedrichshain zusammengeschlagen. Laut Polizei ertappte der Sicherheitsbeamte am späten Abend sechs dunkel gekleidete Männer, als sie über den Bauzaun an der Mühlenstraße klettern wollten.

Als der Wachmann die Eindringlinge angesprochen habe, sei er mit einem Gegenstand niedergeschlagen worden und habe das Bewusstsein verloren. Wenige Stunden später stiegen erneut mehrere Unbekannte über den Baustellenzaun und brachten eine große Holzplatte an den Mauerdurchbrüchen an, offenbar um die Lücken in der Mauer zu schließen.

In den vergangenen Wochen waren immer wieder Betonteile aus der East Side Gallery entfernt worden. Die Durchbrüche werden für eine Baustellenzufahrt gebraucht. Auf dem Gelände an der Spree sollen Luxusapartments entstehen.

Die East Side Gallery ist der längste erhaltene Teil der Berliner Mauer, der Abschnitt steht unter Denkmalschutz. An mehreren Stellen gibt es allerdings bereits Öffnungen, um Zugänge zur Spree zu ermöglichen. Seit Anfang März hatte es Proteste gegen das Schlagen neuer Löcher gegeben. Auch Politiker und Prominente hatten sich eingeschaltet. Am Sonntag demonstrierten erneut rund 200 Menschen gegen das Bauprojekt.

Gegen den Investor des Bauvorhabens gibt es noch einen weiteren Vorwurf: Er soll ein Spitzel der Stasi gewesen sein. Die Anschuldigungen weist der Investor zurück.

gam/dpa

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