Ecuador Hunderte Verletzte bei Explosion in Munitionsdepot

Mindestens fünf Menschen starben, als in der Andenstadt Riobamba ein Munitionslager in die Luft ging. Hunderte wurden verletzt. Zu dem Unglück kam es, als bei der Inventur des Depots eine Granate explodierte.


Quito - Durch die Detonation der Granate wurde eine Kette von weiteren Explosionen und Bränden ausgelöst. Die Arbeit der Rettungskräfte wurde behindert, die Detonationen dauerten vier Stunden. Unter den 80.000 Einwohnern der Stadt rund 180 Kilometer südlich von Quito brach Panik aus.

Das Militär berge die Opfer aus der Kaserne und den umliegenden Wohngebieten, hieß es in einer offiziellen Mitteilung. Nach einer ersten Bilanz kamen drei Zivilisten und zwei Soldaten ums Leben. Der Zivilschutz und das Rote Kreuz schätzten die Zahl der Verletzten auf mindestens 300. Die meisten erlitten Schnittwunden durch berstende Fensterscheiben. Genaue Informationen waren wegen der Unterbrechung der Telefon- und Stromleitungen nur schwer zu bekommen. Die Behörden schlossen vorerst alle Betriebe, Banken und Schulen in der Stadt. Die Bevölkerung wurde zu Blutspenden aufgerufen. Für die Krankenhäuser der Nachbarprovinzen wurde der Notstand erklärt.

Die Explosionen in dem Munitionsdepot, dem größten des Landes, waren im Umkreis von 40 Kilometern zu hören. Das Militär schickte Rettungstrupps auf dem Landweg nach Riobamba, weil auch die einzige Landepiste der Andenstadt beschädigt wurde.



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