EgyptAir-Flug 804 Flugzeug nach Brand im Cockpit abgestürzt?

Vor zwei Jahren starben 66 Menschen beim Absturz einer EgyptAir-Maschine ins östliche Mittelmeer. Ägyptische Ermittler hatten zuletzt eine Bombe als Ursache vermutet, nun widerspricht eine französische Behörde.

Wrackteil der EgyptAir-Maschine
REUTERS

Wrackteil der EgyptAir-Maschine


Ein Feuer im Cockpit ist die wahrscheinliche Ursache für den Absturz von Flug 804 der EgyptAir im Mai 2016. Das teilte die Untersuchungsbehörde BEA mit. Sie glaubt, dass ein Brand im Cockpit des Airbus A320 ausgebrochen sei. Dieser habe sich schnell ausgebreitet und zum Kontrollverlust über die Maschine geführt.

Die Behörde widersprach damit der ägyptischen Behörde, die Ende 2016 eine Bombe als mögliche Absturzursache für die Maschine auf dem Weg von Paris nach Kairo genannt hatte. Bei dem Unglück starben 66 Menschen.

Ägypten sei Forderungen nach weiteren Ermittlungen augenscheinlich nicht nachgekommen, heißt es in dem nun bekanntgewordenen Bericht der französischen Untersuchungsbehörde für Flugunfälle. Es ist ungewöhnlich, dass Ermittler ihre Kollegen in einem anderen Land öffentlich kritisieren. Üblicherweise werden derartige Streitigkeiten intern geklärt.

Die ägyptischen Behörden äußerten sich bisher nicht offiziell zu dem Bericht aus Paris. Aus Kreisen der zivilen Luftfahrtbehörde in Kairo hieß es lediglich, dass der ägyptische Generalstaatsanwalt den Fall weiter bearbeite. Vor einigen Wochen habe es zudem einen Austausch mit den französischen Kollegen gegeben. Die ägyptische Behörde verwies auf die Ergebnisse des offiziellen Berichts vom Dezember 2016.

Angeblich Sprengstoffspuren gefunden

Der Airbus A320 war am 19. Mai 2016 im östlichen Mittelmeer abgestürzt. Ägyptische Ermittler hatten im Dezember des Jahres mitgeteilt, an aus dem Mittelmeer geborgenen Leichenteilen seien Sprengstoffspuren entdeckt worden. Schon damals gab es Kritik von französischer Seite.

"Wir sind nicht über die Bedingungen informiert worden, unter denen die Proben genommen wurden", hatte ein Sprecher der französischen Luftfahrt-Untersuchungsbehörde BEA damals gesagt. Deshalb sehe man sich nicht in der Lage, daraus Schlussfolgerungen zu ziehen.

Die französische Flugunfall-Untersuchungsbehörde hob hervor, dass ihr ägyptisches Gegenstück keinen Abschlussbericht veröffentlicht habe, bei dem die Franzosen ihre Meinungsverschiedenheiten darlegen könnten. Sie forderten nun "im Interesse der Luftverkehrssicherheit", die Untersuchungen zur Feuer-Hypothese fortzusetzen.

Auswertungen von Flugschreiberdaten hatte früheren Angaben der Ermittler zufolge den Ausbruch eines Brandes bestätigt. Demnach hatte sich in einer der Toiletten und in der Bordelektronik Feuer ausgebreitet. Auch die Untersuchung von Wrackteilen von Flug MS804 legte nahe, dass der vordere Teil des Flugzeugs großer Hitze und dichtem Rauch ausgesetzt war.

Die von Ägypten geleitete Untersuchungskommission hatte im Juli 2016 mitgeteilt, dass auf den Aufzeichnungen des Stimmrekorders, der Gespräche im Cockpit mitschneidet, das Wort "Feuer" zu hören sei.

brt/Reuters

TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.