Einsamer Tod Jüngster Lottomillionär Großbritanniens ist gestorben

1997 hatte Stuart Donnelly knapp zwei Millionen Pfund im Lotto gewonnen. Als jüngster Jackpot-Gewinner Großbritanniens war der damals 17-Jährige zu Popularität gelangt, blieb aber stets einsam. Mit nur 29 Jahren ist er nun gestorben - allein in seinem abgelegenen Bungalow.


Glasgow - Schon das Foto, das den jungen Lottogewinner 1997 nach seinem Millionencoup zeigt, sagt vieles aus: Mit schüchternem Lächeln hält Stuart Donnelly eine Cola hoch - andere Gewinner prosten den Kameras mit Sekt zu. Mit gerade mal 17 Jahren hatte Donnelly 1,9 Millionen Pfund eingestrichen. Die sechs Richtigen auf seinem Fünf-Pfund-Tippschein machten aus dem Schotten den jüngsten Jackpot-Gewinner Großbritanniens.

Doch der Gewinn hat Donnelly offenbar wenig Glück gebracht. Die vergangenen Jahre lebte er allein und zurückgezogen in einem entlegenen Haus im Südwesten Schottlands. Dort wurde der inzwischen 29-Jährige nun tot aufgefunden, wie "The Independent" berichtete. Die Leiche werde obduziert und die Polizei gehe nach ersten Erkenntnissen aber von einem natürlichen Tod aus, wie ein Sprecher der Zeitung zufolge am Donnerstag sagte.

Ein enger Freund sagte der Tageszeitung "Scottish Daily Record": "Wir sind sicher, dass sich Stuart nicht selbst das Leben genommen hat." Er sei nicht betrübt oder depressiv gewesen - im Gegenteil. Connelly habe in einigen Wochen eine Thailänderin heiraten wollen, die er im Urlaub kennengelernt habe. "Er hatte einige Gesundheitsprobleme, die zu seinem Tod beigetragen haben könnten. Aber mehr wissen wir erst nach der Obduktion", sagte der Freund weiter.

Die Leiche war Mittwochmorgen gefunden worden. Donnellys 52-jährige Mutter hatte aus ihrem Urlaub in Portugal mehrmals vergeblich versucht, ihren Sohn telefonisch zu erreichen, und soll daraufhin Verwandte gebeten haben, nach ihm zu sehen.

Der junge Mann sei in dem Dorf selten gesehen worden, viele Bewohner hätten das Gefühl, sein Gewinn habe ihm kein Glück gebracht, schrieb "The Independent".

"Das war ein großer Druck für mich und meine Familie"

Dabei schien es 1997 den Richtigen getroffen zu haben: Donnelly lebte der Zeitung zufolge seit der Scheidung der Eltern mit seinem poliokranken Vater in der Nähe von Glasgow - von rund 60 Pfund in der Woche. Um seinen Lottogewinn abholen zu können, musste sich Stuart sogar Geld für ein Busticket leihen.

Nach dem Gewinn gab Donnelly seinen Job in einer Drogerie auf, schmiss seinen College-Kurs und zog sich zusammen mit seinem Vater in ein einsam gelegenes 170.000-Pfund-Haus bei Castle Douglas zurück. Das größte Glück der beiden Männer: ein Billiardtisch. Donnelly gab seinen Verwandten von dem Gewinn ab, kaufte ein Haus für seine Mutter, mehrere Feriendomizile unter anderem in Thailand - und eine Dauerkarte für einen Sitzplatz im Celtic-Stadion. Er spendete einem Krankenhaus einen größeren Betrag - wusste ansonsten aber nicht so recht, was er mit dem neuen Reichtum anfangen sollte.

Er litt unter den Schattenseiten. "Es war hart, mit der ganzen Aufmerksamkeit fertig zu werden", sagte er laut "Independent" 2003. "Einige Menschen zelteten sogar vor meinem Haus. Das war ein großer Druck für mich und meine Familie", sagte Donnelly.

Der Lottomillionär wollte nur eines: seine Ruhe. Er habe nicht gern andere Menschen um sich, seine Tage verbringe er mit schlafen, fernsehen, Musik hören, im Internet surfen, "einfach alles, wofür ich nicht das Haus verlassen muss", schrieb er der Zeitung zufolge einst im Netzwerk Bebo.

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insgesamt 38 Beiträge
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Seite 1
stobi09 08.01.2010
1. jaja....
Zitat von sysop1997 hatte Stuart Donnelly knapp zwei Millionen Pfund im Lotto gewonnen. Als jüngster Jackpot-Gewinner Großbritanniens war der damals 17-Jährige zu Popularität gelangt, blieb aber stets einsam. Mit nur 29 Jahren ist er nun gestorben - allein in seinem abgelegenen Bungalow. http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,670791,00.html
wieder mal ein Beispiel, dass Geld allein halt doch nicht glücklich macht!!! Alles was im Leben zählt, sind Familie, Freunde und Gesundheit. Nur wenn diese Sachen stimmen, kann man sich auch über materielle Dinge freuen! Was bringt einem Menschen viel Geld, wenn man niemanden hat, mit dem man sich darüber freuen, bzw ausgeben kann!
Koda 08.01.2010
2. Bedauerlich; Armer Kerl
vielleicht wäre es besser gewesen, nur 17.000 Pfund gewonnen zu haben. Dann hätte er sich nicht zurückziehen können und wäre mehr unter Menschen gewesen. Und "nur" 170.000 Pfund für ein Haus; das müssten ungefahr 250.000 € sein; sehr bescheiden für einen Millionär, finde ich; soviel kosten nämlich gerade mal die normalen Einfamilienhäuser bei uns in der Gegend.
zulthak 08.01.2010
3. hm
Das Problem hierbei ist weniger der Reichtum sondern eher die Menschen die der Meinung sind betteln kommen zu müssen. Das war ja wohl auch der Grund warum er sich zurück gezogen hat! Ich persönlich finde es eine Unverschämtheit Menschen mit Geld "aufzulauern" um sie dann anzupumpen. Solche Leute haben selten Respekt vor den Wünschen der Menschen die sie anbetteln.
e-ding 08.01.2010
4. ...
Zitat von stobi09wieder mal ein Beispiel, dass Geld allein halt doch nicht glücklich macht!!! Alles was im Leben zählt, sind Familie, Freunde und Gesundheit. Nur wenn diese Sachen stimmen, kann man sich auch über materielle Dinge freuen! Was bringt einem Menschen viel Geld, wenn man niemanden hat, mit dem man sich darüber freuen, bzw ausgeben kann!
Wer vor einem Lottogewinn keine richtigen Freunde hatte, wird auch nach einem keine finden.
irgendwer_bln 08.01.2010
5. Ursache ?
Zitat von sysop1997 hatte Stuart Donnelly knapp zwei Millionen Pfund im Lotto gewonnen. Als jüngster Jackpot-Gewinner Großbritanniens war der damals 17-Jährige zu Popularität gelangt, blieb aber stets einsam. Mit nur 29 Jahren ist er nun gestorben - allein in seinem abgelegenen Bungalow. http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,670791,00.html
...und die Todesursache war? Entweder man hat Geld oder die Gelegenheit es auszugeben. Wenn beides zeitgleich vorhanden ist, naja,... siehe Wirtschaftskrise. Macht auch nicht glücklich... :-)
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