"Costa Concordia": Spezialisten pumpen letztes Schweröl aus Schiffswrack

Niederländische Spezialisten pumpen den Rest Schweröl aus der gekenterten "Costa Concordia", bald wird die Arbeit abgeschlossen sein. Die Bergung des Kreuzfahrtriesen könnte sich allerdings noch ein Jahr hinziehen. Einsatzkräfte fanden im Wrack acht weitere Leichen.

Abpump-Arbeiten am Costa-Wrack vor Giglio (Ende Februar): Zur Großansicht
REUTERS

Abpump-Arbeiten am Costa-Wrack vor Giglio (Ende Februar):

Giglio - Die Gefahr einer großen Umweltkatastrophe durch auslaufendes Schweröl der gekenterten "Costa Concordia" scheint gebannt: Noch am Donnerstag soll der letzte Treibstoff aus dem Schiff abgepumpt werden, am Freitag sollen die Arbeiten abgeschlossen werden - das sagte der Bürgermeister der Insel Giglio laut der Nachrichtenagentur Ansa. "Damit endet ein Kapitel", so Serio Ortelli. Nun gehe es um die Bergung des Schiffes.

Mit dem Abpumpen der mehr als 2000 Kubikmeter Treibstoff war eine niederländische Spezialfirma wochenlang beschäftigt. Messungen hätten gezeigt, dass das Wasser rund um das Wrack sauber geblieben sei, sagte Ortelli. Seine größte Sorge sei nun die Bergung des 290 Meter langen Schiffes, die zehn bis zwölf Monate dauern dürfte. Die Reederei Costa Crociere will demnächst bekanntgeben, welche Firma das Schiff beseitigen soll - und auf welche Weise.

Der Kreuzfahrtschiff "Costa Concordia" war am 13. Januar mit mehr als 4200 Menschen an Bord vor der toskanischen Ferieninsel gekentert. Bei dem Unglück kamen vermutlich 32 Menschen ums Leben.

Am späten Nachmittag teilten die italienischen Behörden mit, drei weitere Leichen seien im Wrack gefunden worden. Am Abend fanden Taucher zwischen Schiffsrumpf und Meeresboden fünf weitere Leichen. Es blieb zunächst unklar, wann sie geborgen werden können. Bislang wurden 30 Leichen geborgen, zwei Personen gelten noch als vermisst.

Gegen den Kapitän Francesco Schettino wird unter anderem wegen mehrfacher fahrlässiger Tötung, Havarie und Verlassen des Schiffes während der Evakuierung ermittelt. Der 52-Jährige steht unter Hausarrest. Er hatte das Schiff sehr nah an das Ufer Giglios gesteuert und dabei einen Felsen gerammt.

hut/dpa

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