Eisprung Der Duft, der Männer wild macht

Chanel No. 5, Poison und Shalimar - vergessen Sie's! Der Duft, auf den Männer wirklich stehen, ist der des Eisprungs. Er macht sie "wild" und "blind" - meinen zumindest österreichische Forscher.


Neu-Isenburg - Entscheidend seien dabei Duftstoffe, die während des Eisprungs im Schleim der Scheide entstehen - unabhängig von der Attraktivität der Frau. Das berichtet die in Neu-Isenburg erscheinende "Ärzte-Zeitung".

Die Wissenschaftler ließen Männer an synthetisch erzeugten Duftstoffen riechen, an so genannten Ovulations-Kopulinen. Das Ergebnis: Mit den Kopulinen in der Nase "bricht die Fähigkeit, die Attraktivität zu beurteilen, völlig zusammen", zitiert die "Ärzte-Zeitung" Prof. Karl Grammer vom Ludwig-Boltzmann-Institut für Stadtethologie in Wien. Zuvor noch als unattraktiv eingestufte Frauen wurden so begehrenswert.

Die Forscher hatten 66 jungen Männern Fotos von fünf unterschiedlich schönen Frauen vorgelegt. Die Männer, die an den Ovulations-Kopulinen gerochen hatten, stuften alle Frauen als mehr oder weniger gleich begehrenswert ein. Vorher hatten sie sie allerdings noch unterschiedlich attraktiv gefunden. Die Wissenschaftler werten dies als Beweis für die enorme Bedeutung chemischer Prozesse bei zwischenmenschlichen Beziehungen.

Parallel zum partiellen Verlust der Urteilskraft ließen die Duftstoffe auch den Testosteron-Wert der Männer deutlich steigen. Das Hormon ist für den männlichen Sexualtrieb mitverantwortlich. Die Probanden hatten vor und nach dem Kopuline-Schnüffeln Speichelproben abgegeben. Dabei zeigte sich, dass der Testosteron-Wert mit dem Duft des Eisprungs in der Nase am höchsten war. Vaginalsekrete, die zu anderen Zeitpunkten des Zyklus, etwa kurz vor oder während der Menstruation entstehen, zeigten eine deutlich geringere Wirkung.



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