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50 Jahre gefangen: Elefant Raju weint bei seiner Befreiung

Ein halbes Jahrhundert lang soll ihn ein Mann in Ketten gehalten und gequält haben. Jetzt haben Tierschützer in Indien den Elefantenbullen Raju befreit. Der war anscheinend so gerührt, dass ihm Tränen über die Wangen liefen.

Farah - Tief hatten sich die schweren Ketten in seine dicke Haut geschnitten, die Eisenstachel rissen tiefe Wunden. 50 Jahre lang soll der Elefant Raju im indischen Bundesstaat Uttar Pradesh unter solchen Bedingungen von seinem Besitzer gequält worden sein, wie unter anderem die britische Zeitung "The Independent" berichtet. Jetzt haben Tierschützer der Organisation "Wildlife SOS" das Tier befreit - und Raju hat dabei laut beteiligten Aktivisten geweint.

Die Rettungsaktion, die von den Befreiern in einem Video und auf Twitter dokumentiert wurde, wurde gegen den Willen des Besitzers und mit Unterstützung der Behörden abgewickelt. Raju war demnach in die Fänge eines drogenabhängigen Mannes geraten, der ihn jahrelang zum Betteln missbraucht und vernachlässigt hatte. Ein Gericht hatte daher zuletzt entschieden, dem Tierquäler Raju wegzunehmen.

Papier und Plastik als Elefantenfutter

Die Aktivisten benötigten offenbar mehrere Stunden, um das Vertrauen des leidenden Elefanten zu gewinnen. Das jetzt veröffentlichte Video zeigt, wie die Tierschützer ihn mit Obst fütterten und ihm zusprachen. Bei seinem Vorbesitzer habe der Dickhäuter Papier und Plastik als Futter bekommen, wie unter anderem die "Times of India" berichtete.

Raju wurde laut Wildlife SOS als junger Elefant in der Wildnis gefangen genommen und soll danach innerhalb eines halben Jahrhunderts bis zu 30 Besitzer gehabt haben. Im Sommer 2013 sei die Organisation auf das Schicksal des Tiers aufmerksam geworden: Sein Eigentümer hatte auf der Straße behauptet, Raju segne gegen Geld Passanten. Raju lebt jetzt laut der "Indias Times" mit den Elefanten Rajesh und Bholasoll zusammen und soll zunächst aufgepäppelt werden.

mxw

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 10 Beiträge
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1.
schmusel 08.07.2014
Furchtbar was der Mensch nicht nur seinesgleichen antut. Ich finde es ja immer besonders schlimm wenn Tiere gequält werden, die diese Boshaftigkeit der Menschen ja gar nicht verstehen können.
2.
Mans Heiser 09.07.2014
Zitat von sysopRichard Moller/ TSAVO TRUSTEin halbes Jahrhundert lang soll ihn ein Mann in Ketten gehalten und gequält haben. Jetzt haben Tierschützer in Indien den Elefantenbullen Raju befreit. Der war anscheinend so gerührt, dass ihm Tränen über die Wangen liefen. http://www.spiegel.de/panorama/elefant-in-indien-raju-weint-bei-befreiung-aus-gefangenschaft-a-979983.html
Bei Menschen wär sowas ja verwerflich. Aber so sind wir, Doppelmoral ist wohl die einzige kulturelle Entwicklung die wirklich nur Menschen zuzuschreiben ist.
3. Unfassbar!
vevi 10.07.2014
Zitat von sysopRichard Moller/ TSAVO TRUSTEin halbes Jahrhundert lang soll ihn ein Mann in Ketten gehalten und gequält haben. Jetzt haben Tierschützer in Indien den Elefantenbullen Raju befreit. Der war anscheinend so gerührt, dass ihm Tränen über die Wangen liefen. http://www.spiegel.de/panorama/elefant-in-indien-raju-weint-bei-befreiung-aus-gefangenschaft-a-979983.html
Das beschriebene Schicksal der geschundenen Kreatur verfolgt mich in meinen Träumen, seit ich den Artikel las. Es ist so entsetzlich, dass es sich jeder Vorstellungskraft entzieht, was der Elefant gelitten haben muss. Ich hoffe so, dass dem armen Tier noch ein paar schöne Jahre unter seinesgleichen vergönnt sind. Unfassbar, wozu Menschen imstande sind.
4. Tränen?
zafoilyx 15.07.2014
Ich habe keine Tränen im Video das über den Link verfügbar ist, gesehen. Ich finde es gut das das Tier jetzt von dieser grausamen Fessel befreit ist. Aber was nun das Leiden angeht des Tieres angeht so bin ich mir nicht sicher ob verschiedene Kommentatoren nicht mehr leiden als das Tier. Einige fordern gar das wir Tiere wie unseresgleichen behandeln sollen. dies zeugt m. M. nach von einer ungenügenden Differenzierungsfähigkeit.
5.
cthulu81 16.07.2014
Zitat von schmuselFurchtbar was der Mensch nicht nur seinesgleichen antut. Ich finde es ja immer besonders schlimm wenn Tiere gequält werden, die diese Boshaftigkeit der Menschen ja gar nicht verstehen können.
Entschuldigung wenn ich Sie an dieser Stelle korrigieren muss, aber es ist in den meisten Fällen keine Boshaftigkeit die dahinter steckt, sondern mangelndes Reflexionsvermögen, Unwissenheit und Gleichgültigkeit.
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