Yamoussoukro - Ein seit Sonntag als vermisst gemeldeter Öltanker ist vermutlich vor der Elfenbeinküste von Piraten gekapert worden. Ein Mitarbeiter der Schifffahrtsbehörde International Maritime Bureau (IMB) sagte, man gehe davon aus, dass das Schiff von Piraten angegriffen worden sei, die im Golf von Guinea operierten.
Der Tanker soll im Besitz von französischen Eignern sein. Den Angaben zufolge ist er mit der Fahne Luxemburgs beflaggt. An Bord sollen 17 Crewmitglieder sein. Weitere Details wurden zunächst nicht bekannt.
Zuletzt hatten Piraten im Golf von Guinea mit einigen Angriffen auf sich aufmerksam gemacht: Am Donnerstag wurde ein Tanker unter anderem mit Granaten attackiert. Das Schiff konnte schließlich in Sicherheit gebracht werden, Menschen kamen nicht zu Schaden.
Ebenfalls am Montag wurde ein anderer Öltanker angegriffen, der vor Nigerias größter Stadt Lagos geankert hatte. Ein Matrose wurde angeschossen, er kam ins Krankenhaus.
Im Vergleich zu den somalischen Piraten gehen die Kriminellen im Westen Afrikas noch brutaler vor. Sie haben es meist auf die Ladung abgesehen, nicht auf Geiseln. Laut Experten kommen viele Piraten aus Nigeria, wo die organisierte Kriminalität von korrupten Sicherheitskräften profitiere.
Die Lloyd's Market Association, eine Dachorganisation von Versicherern, setzte im vergangenen Jahr die Gewässer vor Nigeria, Benin und anderen Nachbarstaaten auf dieselbe Risikostufe wie Somalia.
bim/Reuters/AP
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik Panorama | Twitter | RSS |
| alles zum Thema Moderne Piraten | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH