Per Klage Niederländer will sein Alter um 20 Jahre senken - für bessere Chancen bei Tinder

Tsjakkaa! Mit diesem Ausspruch wurde Emile Ratelband einst bekannt. Nun hat der Motivationstrainer in den Niederlanden einen Rechtsstreit begonnen, um offiziell jünger zu werden. Ob der 69-Jährige es schafft?

Emile Ratelband (2015)
Gregor Servais/ VISUM

Emile Ratelband (2015)


Es klingt wie ein Scherz, doch Emile Ratelband scheint es ernst zu meinen: Der 69-Jährige möchte sein Geburtsdatum offiziell ändern lassen - vom 11. März 1949 auf den 11. März 1969. Der Niederländer habe in seiner Heimat Klage eingereicht, um offiziell sein Alter zu senken, berichtet die BBC. Damit wolle er unter anderem seine Dating-Perspektiven verbessern.

Ratelband ist kein Unbekannter. Der Motivationstrainer hat ein Dutzend Bücher veröffentlicht und Ende der Neunziger die Sendung "Tsjakkaa! Du schaffst es" bei RTL II moderiert. Zuletzt lieh er der Figur Vladimir Trunkov in der niederländischen Version des Pixar-Films "Cars 2" seine Stimme.

"Sie können Ihren Namen ändern. Sie können Ihr Geschlecht ändern. Warum nicht Ihr Alter?", sagte Ratelband der niederländischen Zeitung "De Telegraaf". Ein Gericht in Arnheim wird voraussichtlich innerhalb der kommenden vier Wochen über den Fall entscheiden. Zuvor hatten es örtliche Behörden den Berichten zufolge abgelehnt, sein Alter in offiziellen Dokumenten zu ändern.

"Als 69-Jähriger bin ich eingeschränkt"

Laut "Algemeen Dagblad" steht das Gericht der Klage skeptisch gegenüber. Es gebe kein rechtliches Instrument, dass es einer Person erlaube, ihr Geburtsdatum zu ändern. Ratelband sieht sich jedoch offenbar aufgrund seines Alters diskriminiert - es beeinträchtige seine Beschäftigungschancen und seine Erfolgsaussichten in der Dating-App Tinder. Die niederländische Verfassung verbietet Diskriminierung aufgrund des Alters ausdrücklich.

"Als 69-Jähriger bin ich eingeschränkt. Wenn ich 49 bin, kann ich ein neues Haus kaufen, ein anderes Auto fahren und mehr arbeiten", wird Ratelband zitiert. "Wenn ich bei Tinder sage, ich bin 69, bekomme ich keine Antwort. Wenn ich 49 bin, dann werde ich in einer komfortablen Position sein - mit dem Gesicht, das ich habe."

Ratelband scheint es um eine grundsätzliche und öffentlichkeitswirksame Klärung zu gehen. Denn er könnte in der Dating-App einfach ein falsches Geburtsdatum angeben.

Seine Ärzte, argumentiert Ratelband demnach weiter, hätten ihm zudem bescheinigt, sein Körper sei der eines 45-Jährigen. Sich selbst bezeichnete er als "jungen Gott".

Ob dies das Gericht überzeugen wird? Ratelband scheint zumindest zuversichtlich - ganz im Sinne seines berühmten "Tsjakkaa!"-Ausspruchs. Für den Erfolgsfall hat er schon mal angekündigt, auf seine Rentenansprüche verzichten zu wollen.

wit



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