Entgleister ICE Lok zieht Triebkopf aus Tunnel

Die Bergung des entgleisten ICE 885 geht voran: Am Abend hat eine Lok einen der beiden Triebköpfe aus dem Landrückentunnel bei Fulda geborgen. Der Zug war am Samstagabend mit Tempo 200 in eine Schafherde gerast und entgleist.


Fulda - Der Triebkopf des bei Fulda verunglückten ICE ist am Montagabend aus dem Eisenbahntunnel geborgen worden. Eine Lok zog ihn heraus. Zwei weitere Wagen sollten nach Angaben eines Bahnsprechers noch geborgen werden. Die übrigen Wagen werden erst am Dienstag geborgen.

Bergung des entgleisten ICE: Zehn der zwölf Waggons und beide Triebköpfe entgleist
DDP

Bergung des entgleisten ICE: Zehn der zwölf Waggons und beide Triebköpfe entgleist

Der ICE 885 von Hamburg nach München war am Samstagabend kurz nach 21 Uhr mit Tempo 200 im längsten Eisenbahntunnel Deutschlands in eine Schafherde gerast und entgleist. Von den 135 Fahrgästen wurden dabei vier mittelschwer und 15 leicht verletzt. Zehn der zwölf Waggons sowie die beiden Triebköpfe seien entgleist. Die Bahn schätzte den Schaden auf "viele Millionen Euro".

Die zuständige Bundespolizeidirektion in Koblenz konzentrierte sich bei ihren Ermittlungen weiterhin auf die Schafherde, die den Zug zum Entgleisen gebracht hatte. Die entscheidende Frage sei weiterhin, wie und warum die Schafe auf die Gleise kamen, sagte Bundespolizeisprecher Klaus Munsteiner. Hierzu stehe die Aussage des Besitzers der Schafherde weiterhin im Raum, wonach die Schafe vermutlich auf die Gleise getrieben worden seien. Dies werde geprüft.

Die Strecke zwischen Fulda und Würzburg soll wegen der Aufräumarbeiten und der Spurensicherung bis mindestens zum nächsten Wochenende gesperrt bleiben. Wie die Deutsche Bahn AG am Sonntagabend mitteilte, werden die ICE-Züge der Linie Hamburg/Bremen-Würzburg-München sowie Intercity-Züge der Linie Hamburg-Kassel-Augsburg-München über Flieden-Elm-Jossa umgeleitet. Die Reisenden müssten mit 20 bis 40 Minuten längeren Fahrtzeiten rechnen. Auf diesen Strecken verkehre im Schnitt aber nur ein Zug pro Stunde in jede Richtung, sagte ein Sprecher. Der Regionalverkehr und die Strecke Fulda-Frankfurt seien von den Behinderungen nicht betroffen.

ssu/dpa



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