Entlaufene Kuh Yvonne "Die ist blitzgescheit"

Was die Jäger auch probieren - bisher ist ihnen Yvonne immer entwischt. Mit allerlei Tricks wollen Tierschützer die entlaufene Kuh fangen, bevor sie erschossen werden könnte. SPIEGEL TV hat die Aktivisten auf der Suche begleitet.

DPA/ Josef Enzinger

Mühldorf - Seit Wochen lebt Yvonne in einem Waldgebiet im bayerischen Landkreis Mühldorf - und trotz großer Anstrengungen ist es bisher nicht gelungen, die entlaufene Kuh zu fangen. Ihre Ex-Stallkollegin Waltraud und das Kalb Waldi sollten Yvonne anlocken, eine Futterfalle wurde aufgestellt, Tierschützer durchkämmten den Wald. Vergeblich.

Zwar ließ sich Yvonne tatsächlich locken, aber sie besuchte Waltraud und Waldi nur im Schutz der Nacht - und entkam erneut. "Die ist blitzgescheit. Die hätte dreimal Abitur gemacht", sagt Hans Wintersteller, Salzburger Gutsverwalter des Gnadenhofs Aiderbichl. Er will Yvonne auf dem Gut in Deggendorf unterbringen.

Als die Kuh vor zehn Tagen die Straße vor einem Polizeiauto überquerte, wurde Yvonne zum Abschuss freigegeben. "Ein Reh wiegt 30 oder 40 Kilogramm, die Kuh wiegt 700 Kilogramm", sagte Erich Kozel, Fachbereichsleiter öffentliche Sicherheit und Ordnung des Landratsamts Mühldorf. "Deshalb können wir nicht zuschauen, bis sie auf die Straße läuft."

Für die Jäger ist eine Betäubung die erste Option. Doch im Falle einer Gefährdung ist der Abschuss ausdrücklich erlaubt. Dieses Schicksal wollen die Tierschützer von Gut Aiderbichel Yvonne ersparen. SPIEGEL TV war mit ihnen im Wald unterwegs (das Video finden Sie hier).

Am Wochenende suchten Dutzende Freiwillige zusammen mit Helfern des Guts Aiderbichl nach der Kuh. Geht es nach dem Landratsamt, sollte der Trubel nun abnehmen. "In meinen Augen bräuchte man nichts anderes als Ruhe da draußen", sagte Kozel am Montag. Die Futterfalle, die vergangene Woche im Wald installiert wurde, reiche völlig aus. "Ich finde es an der Zeit, dass die Aktionen zurückgefahren werden", so Kozel.

Derzeit laufe Yvonne nicht auf Straßen umher - und müsse deshalb nicht getötet werden. "Die Kuh steht gut da draußen. Wenn sie zur Ruhe kommt, soll man das Einfangen weiter probieren", sagte Kozel.

hut/dpa



insgesamt 64 Beiträge
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Seite 1
National-Oekonom, 08.08.2011
1. Wenn diese Kuh so blitzgescheit ist
dann ist sie in Bayerns Wäldern völlig fehl am Platz. Vielleicht könnte sie das Team um die Kanzlerin verstärken? Vielleicht sogar in finanziellen Dingen die Kanzlerin beraten? Auf mit Yvonne nach Berlin!
acitapple 08.08.2011
2. ...
nach dem problembär und dem problemwolf jetzt also eine problemkuh. welche verbrechen begeht eigentlich so eine kuh, dass ihr abschuss gerechtfertigt wird ? bisher waren es ja gefährliche raubtiere, die den armen schäfern die schafe gemeuchelt haben. ist die kuh wohl eine gefahr für öffentlich angelegte blumenbete oder gepflegte golfplätze ?
vogelsteller 08.08.2011
3. ...
da können unsere politiker von Yvonne noch allerhand lernen.
VorwaertsImmer, 08.08.2011
4. Wohlstandsprobleme.....
An den Problemen eines Landes kann man den Wohlstand ablesen. Deutschlands Probleme sind nicht der Hunger, Altersarmut, Ausländerfeindlichkeit usw. Nein - wir beschäftigen uns mit der Rettung entlaufender Kühe! So schlimm kann es also gar nicht sein mit der Altersarmut usw. wenn wir für so was noch Geld haben....
hinderschannes 08.08.2011
5. Gnothi Seauton
Man sollte alle Kühe wieder auswildern. Wer eine fängt, darf sie melken. Echte Biomilch.
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