Entlaufene Kuh Yvonne ist zurück auf der Weide

Über Monate hielt sie Tierschützer, Jäger und die Medien in Atem - jetzt ist Kuh Yvonne zurück bei ihren Artgenossen. Das Tier hatte offenbar genug von der Einsamkeit in freier Wildbahn und Lust auf Gesellschaft.

Kuh Yvonne: Zurück bei den Artgenossen
DPA/ Josef Enzinger

Kuh Yvonne: Zurück bei den Artgenossen


Mühldorf - Die Kuh Yvonne ist wieder da: Das Tier, das sich seit Wochen in einem Waldstück im bayerischen Landkreis Mühldorf versteckt hielt und einen gewaltigen Medienrummel auslöste, hat sich wieder seinen Artgenossen angeschlossen. Das teilte das Landratsamt am Donnerstagabend mit.

Gemeinsam mit vier Kälbern grase Yvonne in Unteralmsam bei Stefanskirchen auf einer Weide. Anhand der Ohrmarke sei das Tier durch einen Veterinär identifiziert worden. Eine Sprecherin der deutsch-österreichischen Tierschutzinitiative "Gut Aiderbichl" bestätigte die Angaben.

Offenbar war Yvonne der Einsamkeit überdrüssig geworden. Das Tier mache einen gesunden und ruhigen Eindruck, hieß es. Wegen der Dunkelheit kam es am Abend nicht mehr zum Transport nach "Gut Aiderbichl" in Deggendorf. Hier soll Yvonne ihren Lebensabend verbringen. Die dafür geplante Betäubung soll sie nach behördlicher Anordnung nun frühestens am Freitagmorgen bekommen. Ein Tierarzt wollte Yvonne ursprünglich noch am Abend mit einem Betäubungsgewehr ruhigstellen, um den Transport für sie "so unstressig wie möglich" zu machen. Er kam jedoch zu spät an. In Deggendorf wird Yvonne mit ihrem Sohn Friesi, ihrer Schwester Waltraut und dem Kälbchen Waldi zusammen leben.

Bauer hat Angst um seine eigenen Kälber

Wie genau die Kuh den Weg zurück auf die Weide fand, war unklar. Während das Landratsamt von einem "Sprung über den Zaun" sprach, ging "Gut Aiderbichl" davon aus, dass der Besitzer der Weide Yvonne das Gatter öffnete. Der war allerdings beim Eintreffen des Aiderbichl-Gründers ziemlich aufgewühlt: Bauer Konrad Galnhofer forderte "schnellstmöglich dafür zu sorgen, dass das Rind von seiner Weide verschwinde". Bei einem erneuten Ausbruch seien auch seine Kälber gefährdet.

Yvonne war seit Mai durch Wälder und Maisfelder gestreift. Die Kuh war ihrem Besitzer am 24. Mai im Landkreis Mühldorf entkommen. Dort sollte das Tier gemästet und geschlachtet werden. Wenig später lief die Kuh geradewegs vor ein Polizeiauto - wegen Gefährdung des Straßenverkehrs wurde Yvonne zum Abschuss freigegeben. Erst vor wenigen Tagen hob das Landratsamt Mühldorf am Inn die Abschussgenehmigung auf.

Tierschützer hatten die Kuh gekauft und versucht, sie einzufangen, um sie auf "Gut Aiderbichl" unterzubringen. Allerdings scheiterten sämtliche Versuche. Nun wird Yvonne mit etwas Verspätung auf dem Gnadenhof einziehen.

ulz/nkk/dpa/dapd

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insgesamt 44 Beiträge
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Holperik, 01.09.2011
1. Aha
Sommerloch vorbei, Yvonne wieder da, jetzt kann man sie ja auf die Alm bringen, wird dort den IQ heben.
detektuv 01.09.2011
2. Es gibt auch clevere Kühe
Zitat von HolperikSommerloch vorbei, Yvonne wieder da, jetzt kann man sie ja auf die Alm bringen, wird dort den IQ heben.
Was zu beweisen war. Das Rindvieh brauchte dringend eine Auszeit und nutzte alle ihre Fähigkeiten, um ihren Urlaub ungestört zu genießen. Ist das nicht toll. Ausgeruht und mit einer neuen Aufgabe betraut.
rauchendes_gnu 01.09.2011
3. Klasse!
Auch wenn es eine "vermenschlichende" Sichtweise ist: Yvonne hat den Sommer im Freien genossen, hat allen Versuchen & Versuchungen widerstanden, sich löcken zu lassen, hat die Abschußerlaubnis ausge..trabt, und jetzt, wo es abends kühler wird und doch immer wieder mal regnet... da ist so ein Platz im Stall, neben den wärmenden Artgenossen, doch gar nicht so schlecht.. und immer sicher Futter... ich finds einfach klasse, daß Yvonne entschieden hat, wo's langgeht! Möge ihr auf Gut Aiderbichl ein langes, schönes Rinderleben beschieden sein!
Maro2 01.09.2011
4. oh je
Zitat von HolperikSommerloch vorbei, Yvonne wieder da, jetzt kann man sie ja auf die Alm bringen, wird dort den IQ heben.
sie erblöden sich hier wirklich sowas zu schreiben? die landwirte in den alpen werden sie dafür lieben ^^
detektuv 01.09.2011
5. Ihnen fehlt der Humor
Zitat von Maro2sie erblöden sich hier wirklich sowas zu schreiben? die landwirte in den alpen werden sie dafür lieben ^^
Ich hoffe, Sie sind nicht depressiv. So etwas können Sie doch nur mit Humor kommentieren!
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