Frankfurt am Main/Heppenheim - Das Geld solle noch im Laufe des Jahres dem von Opfern gegründeten Verein "Glasbrechen" überwiesen werden, sagte der Vorstandsvorsitzende der Odenwaldschule, Michael Frenzel, der "Frankfurter Rundschau". "Da wird konkret etwas passieren", zitiert ihn die Zeitung.
Der Sprecher des Schulvorstands, Johannes von Dohnanyi, sprach am Dienstag von einem "sechsstelligen Betrag". Damit bestätigte er den Bericht der "FR", die eine Summe von mindestens 100.000 Euro nannte. Um überhaupt Entschädigungen zahlen zu können, brauche das Elite- Internat eine Ausnahmebewilligung des hessischen Finanzministeriums beziehungsweise der Steuerbehörde, da sonst die Gemeinnützigkeit der Einrichtung gefährdet sein könnte. "Wir hoffen auf eine schnelle und auf eine positive Antwort", sagte von Dohnanyi.
Opfer-Anwalt Thorsten Kahl hat die Höhe der in Aussicht gestellten Entschädigung für Missbrauchsopfer kritisiert. "Das kann nichts bringen", sagte Kahl am Dienstag. "Allein die Therapiekosten für meine Mandanten sind höher." Manche Opfer könnten als Spätfolge noch nicht einmal einen Beruf ausüben.
Die frühere Bundesfamilienministerin Rita Süssmuth (CDU) hatte noch am Montag bei einem Besuch der Reformschule im südhessischen Heppenheim im Beisein von Schulleiterin Margarita Kaufmann Hoffnungen auf eine finanzielle Entschädigung gedämpft. "Es fehlt nicht an der Bereitschaft dazu", sagte Süssmuth. "Aber ich muss dann auch sagen, aus welchen Mitteln das Geld kommen soll." Die Schule selbst könne dies nicht bezahlen. "Das Problem der Entschädigung ist ungelöst." Süssmuth unterstützt das Elite-Internat bei der Neuorientierung.
jjc/dpa
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