Epidemie: Geflügelpest auch in den USA

Die Vogelgrippe hat einen anderen Kontinent erfasst. Nach Asien ist die Epidemie nun auch in den USA aufgetaucht. In Delaware wurde die Tötung von tausenden Hühnern angeordnet. Allerdings soll das Virus ein anderer sein, als jenes, das in Vietnam und Thailand bislang 18 Menschen tötete.

Vietnam: Schweine als Virenschleuder im Verdacht
AFP

Vietnam: Schweine als Virenschleuder im Verdacht

Dover/Hanoi/Rom - Auf einer Geflügelfarm im Bezirk Kent sei der Erreger H7 aufgetreten, sagte der Landwirtschaftsminister von Delaware, Michael Scuse. Dieser sei im Unterschied zu dem H5N1-Virus in Asien für Menschen nicht gefährlich. Trotzdem verhängte Südkorea ein Importstopp für US-Geflügel.

Die Welternährungsorganisation (FAO) geht derzeit nicht von einer Infektion von Schweinen mit dem Geflügelpest-Erreger aus. Die Organisation in Rom relativierte gestern Abend Angaben eines FAO-Vertreters in Hanoi, der erklärt hatte, vietnamesische Labors hätten das H5N1-Virus bei Schweinen nachgewiesen. In Vietnam starben zwei weitere Menschen an der Vogelgrippe, die Zahl der Opfer stieg damit auf 18.

Es sei derzeit nicht gerechtfertigt, von einer Infektion mit dem H5N1-Virus bei Schweinen zu sprechen, erklärte FAO-Experte Peter Roeder in Rom. Die in Vietnam angewandte Testmethode entspreche nicht den Standards der Weltorganisation für Tiergesundheit (OIE). Es gebe keinen Grund zur Panik, betonte Roeder. Schweine könnten sich zwar mit der Geflügelpest anstecken. Dies sei seit Jahren bekannt. Es gebe aber keine Hinweise, dass die Tiere bei der in Asien grassierenden Vogelgrippe eine Überträgerrolle spielten.

Ein Nachweis des Geflügelgrippe-Erregers in Abstrichen aus Nasenhöhlen von Schweinen aus den betroffenen Ländern wäre nach Ansicht von Experten zwar nicht überraschend. Auch dies würde aber noch nicht bedeuten, dass die Tiere sich infiziert hätten.

Ein sechsjähriges Mädchen und ein 24-jähriger Mann erlagen unterdessen in Vietnam der Vogelgrippe. Sie seien nach ihrem Tod Anfang der Woche positiv auf den Erreger H5N1 getestet worden, teilten die Gesundheitsbehörden mit. In Vietnam starben bisher 13 Menschen an der Vogelgrippe. Die anderen fünf Fälle wurden aus Thailand gemeldet. Dort wurde am Freitag ein weiterer Verdachtsfall bekannt.

Die chinesischen Gesundheitsbehörden gingen gestern Berichten über ein Massensterben von Finken nach, die zu Hunderten oder sogar Tausenden tot vom Himmel gefallen sein sollen. Es werde untersucht, ob sich die Zugvögel mit der Geflügelpest infiziert haben könnten, teilte die Regierung der Provinz Jiangsu im Osten des Landes mit. Seit Ausbruch der Vogelgrippe sind in den zehn betroffenen asiatischen Ländern bereits rund 50 Millionen Geflügeltiere getötet worden.

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