Epizentrum in Sichuan: Dutzende Tote bei Erdbeben in China

Die chinesische Provinz Sichuan ist von einem schweren Erdbeben erschüttert worden. Viele Menschen wurden im Schlaf überrascht, es gab mindestens hundert Tote und mehr als 2000 Verletzte. In der Region hatte sich erst vor wenigen Jahren ein fatales Beben ereignet.

Peking - Der Erdstoß kam um 8.02 Uhr: Durch ein Beben in der Provinz Sichuan sind in China am Samstagmorgen mindestens hundert Menschen ums Leben gekommen und rund 2200 verletzt worden, berichtet die Nachrichtenagentur China News Service. Viele Menschen schreckten aus dem Schlaf hoch und liefen in Panik auf die Straße.

Die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua gab die Stärke des Erdbebens in Ya'an im Distrikt Lushan unter Berufung auf Chinas Erdbeben-Netzwerkzentrum mit 7,0 an. Das Epizentrum des Bebens lag demnach in der Region Ya'an in der Provinz Sichuan in etwa 13 Kilometern Tiefe. Die US-Erdbebenwarte (USGS) hatte die Stärke des Bebens anfangs mit 6,9 angegeben, stufte sie dann jedoch auf 6,6 zurück.

USGS rechnete mit "Schäden großen Ausmaßes". Die Provinzregierung von Sichuan teilte mit, es seien mehr als 10.000 Häuser zerstört worden.

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Schweres Erdbeben: Ausnahmezustand in Sichuan
Laut Xinhua waren 2000 Soldaten unterwegs in das Unglücksgebiet, um die dortigen Rettungskräfte zu verstärken. Die Wasser- und Stromversorgung wurde unterbrochen. Auf chinesischen Nachrichtenseiten waren Bilder von eingestürzten Häusern und Verletzten mit blutigen Bandagen zu sehen. Die Rettungskräfte hätten 27 Überlebende aus den Trümmern geborgen, berichtet Xinhua.

Die Nachrichtenagentur zitierte einen Einwohner der Provinzhauptstadt Chengdu, der vom 13. Stock eines Gebäudes aus sah, wie Ziegel von umliegenden Häusern flogen. Ein Bewohner der mehrere hundert Kilometer weiter östlich gelegenen Megastadt Chongqing mit 30 Millionen Einwohnern berichtete, wie Lampen schwankten und das Wasser in seinem Fischglas sich heftig bewegte.

Im Mai 2008 hatte die dicht besiedelte Provinz Sichuan eines der schlimmsten Erdbeben in Jahrzehnten mit etwa 70.000 Toten und 18.000 Vermissten erlebt. Die Bausubstanz in Chinas ländlichen Gebieten ist häufig minderwertig und nicht erdbebentauglich.

dab/dpa/Reuters/AFP

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1. Arme Geschundene !
wohlmein 20.04.2013
Zitat von sysopDie chinesische Provinz Sichuan ist von einem schweren Erdbeben erschüttert worden. Viele Menschen wurden im Schlaf überrascht, es gab mindestens 56 Tote und Hunderte von Verletzten. In der Region hatte sich erst vor wenigen Jahren ein fatales Beben ereignet. Erdbeben in China tötet mehr als fünfzig Menschen - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/panorama/erdbeben-in-china-toetet-mehr-als-fuenfzig-menschen-a-895507.html)
"Die Bausubstanz in Chinas ländlichen Gebieten ist häufig minderwertig und nicht erdbebentauglich." *Lullt Euch nicht ein: _...ebensowenig wie hierzulande !!_*
2. blablabla
snickerman 20.04.2013
Zitat von wohlmein"Die Bausubstanz in Chinas ländlichen Gebieten ist häufig minderwertig und nicht erdbebentauglich." *Lullt Euch nicht ein: _...ebensowenig wie hierzulande !!_*
Ja... bei uns gibt es ja auch so viele Beben dieser Stärke. Das letzte Beben > 6 gab es 1356 in Basel. Ansonsten wiedermal der klassische Fehler mit den 30 Millionen Einwohnern von Chonqqing... Das ist die Gesamtbevölkerung der vor einigen Jahren neu gegründeten Stadtregion, ansonsten wäre die Stadt die bevölkerungsreichste der Welt...
3.
Hans58 20.04.2013
Zitat von wohlmein"Die Bausubstanz in Chinas ländlichen Gebieten ist häufig minderwertig und nicht erdbebentauglich." *Lullt Euch nicht ein: _...ebensowenig wie hierzulande !!_*
Ich sehe in weiten Teilen Chinas auf Grund der deutlich höheren Erdbebengefahr keinerlei Vergleich zwischen erdbebensicherer Infrastruktur in deutschen ländlichen Gemeinden mit denen in China. Wenn Sie durch chin. Landen reisen, werden Sie viele uralte Gebäude sehen. Im Vergleich zu Deutschland ist der Prozentsatz in China erheblich höher als in Deutschland. Die Gründe hierfür sind mannigfaltig, sie hier aufzuführen, sprengt den Rahmen. Ich wünsche mir allerdings vorrangig, dass die Verletzten möglichst bald genesen und dass die Familien, die Opfer zu beklagen haben, Trost finden. Das letzte Erdbeben in der Provinz Sichuan am 12. Mai 2008 habe ich aus nächster Nähe in Chongqing (20 Tote) miterlebt.
4. Zensur durch Arroganz und Dummheit auf SPON
fd53 20.04.2013
Leider ist dank der Arroganz und Dummheit der Moderatoren hier kaum eine vernünftige Diskussion möglich. Ich hatte bereits einen Beitrag mit wissenschaftlichem Hintergrund zum Thema geschrieben. Aber auch der fiel der Zensur zum Opfer. Wie andere Wissenschaftler bin ich auch bei diesem Beben auf die ermittelten Werte zur den Wellen gespannt. Denn bekanntlich hat des letzte große Beben in der Region alle bisherigen Lehrbuchansichten zu der P- und S-Wellen als. veraltet abgestempelt. Statt den bisher gültigem Wert von 5 000 m /s wurde nämlich durch Wissenschaftler aus den USA ein Maximalwert von unvorstellbaren 22 000 m/s ermittelt. Die 7,0 oder 6,6 sagen dazu absolut nichts aus.
5.
Hans58 20.04.2013
Zitat von fd53Leider ist dank der Arroganz und Dummheit der Moderatoren hier kaum eine vernünftige Diskussion möglich. Ich hatte bereits einen Beitrag mit wissenschaftlichem Hintergrund zum Thema geschrieben. Aber auch der fiel der Zensur zum Opfer.
Als passionierter Forist, dem hier und da auch mal die Veröffentlichung seiner Beiträge "verweigert" wird, würde das nicht der Arroganz und Dummheit der Moderatoren zurechnen wollen, sondern eher dem Umstand, dass bestimmte Beiträge "einfach nicht rein passen". Sie sehen doch, um was es hier in der Diskussion geht. Z.B. darum, dass Häuser in ländlichen Gegenden Deutschlands auch nicht erdbebensicher sind.....(Auch unsere Atomkraftwerke sind ja bekanntlicherweise nicht Tsunami-sicher..) Sie stellen sehr hohe Anforderungen an Foristen, die sich hier an den Diskussionen beteiligen. Wer weiß denn schon, dass Ihre Zahl von 22.000 m/s höher ist als die Fluchtgeschwindigkeit, um der Erde zu entfliehen (und ich weiß es nur, weil ich es für diesen Beitrag nachgelesen habe...)
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Erdbeben seit 1900
Erdbebenstärken
Die Richterskala
Die Stärke eines Erdbebens wird mit Hilfe der Richterskala und anderer Skalen beschrieben. Der jeweils angegebene Wert, die Magnitude , kennzeichnet dabei die freigesetzte Energie.

Mittels Seismografen werden die Maximal amplituden (also die Ausschläge der Nadel) bestimmt, die umgerechnet von Erdbeben in 100 km Entfernung erzeugt worden wären. Der dekadische Logarithmus der gemessenen Maximalamplituden ergibt die Magnitude. Die Erhöhung der Magnitude um 1 bedeutet dabei eine 33-fach höhere Energiefreisetzung – ein Erdbeben der Magnitude 5,0 ist also 33-mal so stark wie eines der Magnitude 4,0. Die Skala wurde 1935 von Charles Francis Richter und Beno Gutenberg am California Institute of Technology entwickelt.

Genau genommen werden Erdbebenstärken jedoch heute in der Moment-Magnituden-Skala angegeben. Sie berücksichtigt neben der Energie auch die Größe des gebrochenen Gesteins. Die Bruchfläche lässt sich aus der Erdbebenmessung vieler Seismografen berechnen.
Die Auswirkungen
Grob lassen sich die typischen Effekte der Erdbeben in der Nähe des Epizentrums folgendermaßen beschreiben:
  • - Stärke 1-2: nur durch Instrumente nachweisbar
  • - Stärke 3: nur selten nahe dem Epizentrum zu spüren
  • - Stärke 4-5: 30 Kilometer um das Zentrum spürbar, leichte Schäden
  • - Stärke 6: mittelschweres Beben, Tote und schwere Schäden in dicht besiedelten Regionen
  • - Stärke 7: starkes Beben, das zu Katastrophen führen kann
  • - Stärke 8: Groß-Beben
Weltweit ereignen sich jährlich etwa 50.000 Beben der Stärke drei bis vier, 800 der Stärke fünf oder sechs und durchschnittlich ein Groß-Beben. Das stärkste auf der Erde gemessene Beben hatte eine Magnitude von 9,5 und ereignete sich 1960 in Chile .

Skala der Erschütterungsstärken von Erdbeben
Unterschied zur Richterskala
Die Skala der Erschütterungsstärken beziehen sich NICHT auf die RICHTERSKALA, SONDERN auf die zwölfstufige INTENSITÄTEN-SKALA. Die Richterskala ist ein Maß für die bei Erdbeben freigesetzte Energie. Die Intensitäten-Skala hingegen beschreibt die Einwirkung der seismischen Wellen auf Gegenstände - die Werte werden kleiner mit der Entfernung zum Bebenherd. Intensität 9 entspricht ungefähr einem Beben der Stärke 6,5 auf der Richterskala, das in der Nähe stattfindet. Das Japan-Beben hatte die Stärke 9, was Erschütterungen der Stärke 12 zufolge hatte.
I - Nicht gespürt
Keinerlei Wahrnehmungen durch Menschen.
II - Sehr selten gespürt
Nur von sehr wenigen Personen (< ein Prozent) in Ruhe und in sehr empfindlicher Position innerhalb von Gebäuden wahrgenommen.
III - Schwach
Von wenigen Personen in Gebäuden wahrgenommen als leichtes Schwingen oder Vibrieren.
IV - Weitgehend beobachtet
In Gebäuden von vielen, im Freien aber nur von sehr wenigen Personen wahrgenommen; einige wachen auf; leichtes Schwingen oder Vibrieren von Gebäuden, Möbel, etc., Rütteln von Fenstern und Türen, Knarren von Balken; hängende Objekte schwingen.
V - Stark
In Gebäuden von den meisten und im Freien von einigen wahrgenommen; einige rennen erschrocken ins Freie, viele Schlafende erwachen; starke Erschütterungen des ganzen Gebäudes, Raums und von Möbeln; hängende Objekte schwingen erheblich, labil aufgestellte können sich verschieben oder fallen um; Flüssigkeiten schwingen und können überschwappen, Türen und Fenster können auf- und zuschlagen; wenige Gebäude schlechter Bausubstanz können leichte Schäden aufweisen.
VI - Geringe Schäden
Viele Leute rennen verängstigt ins Freie. Einige Objekte fallen um, Möbel können rutschen. Viele Häuser erleiden geringe Schäden wie Haarrisse oder Abfallen kleiner Putzflächen.
VII - Schäden
Die meisten Leute rennen verängstigt ins Freie. Möbel können verrückt und viele Gegenstände aus Regalen geworfen werden. Viele gut gebaute gewöhnliche Bauten erleiden mäßige Schäden wie kleine Risse in Wänden, Abfallen von Putz, Abbrechen von Schornsteinteilen. Bei älteren Gebäuden können größere Risse in Wänden auftreten; nichttragende Wände können einstürzen.
VIII - Starke Schäden
Viele Leute haben Schwierigkeiten stehenzubleiben. Viele Häuser weisen große Risse in den Wänden auf. Einige gut gebaute, normale Bauten zeigen ernsthafte Versagensschäden von Wänden. Schwache ältere Gebäude können einstürzen.
IX - Zerstörend
Allgemeine Panik. Viele schwache Konstruktionen stürzen ein. Sogar gut gebaute, normale Bauten zeigen sehr schwere Schäden, z.B. schwerwiegendes Versagen von Wänden und teilweise auch strukturelles Versagen.
X - Stark zerstörend
Viele normale Bauwerke stürzen ein.
XI - Verwüstend
Die meisten gut gebauten, normalen Bauwerke stürzen ein, sogar einige mit guter, erdbebensicherer Bauweise werden zerstört.
XII - Totale Zerstörung
Alle Gebäude schlechter bis mittelguter Bausubstanz und die meisten mit guter Bausubstanz (holz-, stahl- oder stahlbetonverstärkt) werden zerstört. Maximale Schäden und Landschaftsveränderungen.