Erdbeben in Iran Regierung akzeptiert Hilfe aus dem Ausland

Drei Tage nach dem verheerenden Erdbeben in Iran mit mehr als 300 Toten hat die Regierung ihre Meinung geändert: Hilfe aus dem Ausland ist nun doch willkommen. Bislang hatten die Behörden internationale Unterstützung abgelehnt.

Erdbebenschäden in Iran: Internationale Unterstützung nun doch erlaubt
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Erdbebenschäden in Iran: Internationale Unterstützung nun doch erlaubt


Teheran - Zuletzt war die Kritik am Krisenmanagement der Regierung lauter geworden - nun gibt es einen Kurswechsel in Iran: Drei Tage nach den verheerenden Erdbeben im Nordwesten will das Land nun doch internationale Hilfe annehmen. Das sagte Vizepräsident Mohamed-Resa Rahimi am Dienstag der staatlichen Nachrichtenagentur Irna. Ursprünglich hatte Teheran die Hilfsangebote unter anderem aus Deutschland und den USA abgelehnt.

Noch am Montag hatte der iranische Rote Halbmond mitgeteilt, nach den Erdbeben vom Samstag mit mehr als 300 Toten keine Unterstützung zu benötigen. Auch der iranische Innenminister Mohammed Najjar hatte internationale Hilfsangebote zurückgewiesen. Die neue Haltung legt nahe, dass der Iran doch Probleme hat, die Folgen des Erdbebens zu bewältigen.

Die Agentur Fars berichtete, Helfer hätten doch noch weitere Tote über die bisher bekannte Zahl von 306 hinaus geborgen. Genaue Opferzahlen nannte Fars jedoch nicht. Etwa 5000 Menschen wurden nach Angaben der Notdienste verletzt, davon mussten rund 2000 in Krankenhäusern behandelt werden.

Am Dienstag wurden zwei Menschen lebend gerettet. Die Überlebenden wurden aus den Trümmern ihres eingestürzten Hauses in einem Dorf nordöstlich von Täbris geborgen, nachdem Suchhunde dort angeschlagen hatten. Die beiden Überlebenden seien in gutem Gesundheitszustand, hieß es.

Am Montag hatte Iran noch mitgeteilt, die Suche nach weiteren Verschütteten sei eingestellt worden, da nicht mehr mit weiteren Opfern gerechnet werde. Den Behörden zufolge sind mittlerweile rund 50.000 Menschen versorgt, die durch die Beben ihr Zuhause verloren hatten.

fdi/ulz/dapd/dpa



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insgesamt 5 Beiträge
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Seite 1
JDR 14.08.2012
1. ...
Zitat von sysopREUTERSDrei Tage nach dem verheerenden Erdbeben in Iran mit mehr als 300 Toten hat die Regierung ihre Meinung geändert: Hilfe aus dem Ausland ist nun doch willkommen. Bislang hatten die Behörden internationale Unterstützung abgelehnt. http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,849967,00.html
Eine gute Entscheidung. Hier geht es nicht um Politik, oder darum, ob die Opferzahlen bei 300 oder dichter bei 1.000 liegen, sondern darum, den Menschen in Not zu helfen. Alles andere muss "davon getrennt" betrachtet werden.
nervmann 14.08.2012
2. Wer's glaubt
Wenn man die Bilder der Zerstörungen sieht drängt sich der Verdacht auf, dass die Zahl von 300 Toten eher eine politische sein dürfte. Ich denke, das fehlt mindestens eine null. Beben in so geringer Tiefe haben eine große Zerstörungskraft an der Oberfläche und die Bauweisen der Häuser sprechen nicht für Angemessenheit.
haller.alex 14.08.2012
3. Erdbeben im Iran
Iran gehört wegen seiner geographischen Lage, mi zu den Ländern mit tälichen Erdbeben mit verschiedne Stärken. Ich kann das Verhalten iranischen Behörden, Hilfsangebot ausländischen Hilfsorganisationen abzulehnen nicht verstehen. Vor allem, das daß in einem Land mit häufigem Erdbeben immer noch von dem Bauamt keine Vorschriften für die Erteilung für den Erdbebensichern- Baugenehmigung gibt. und auch dafür Staatliche Förderung und Unterstützung gibt, die immer wieder das Leben vilen Iranern kostet und mehr kostet als die Förderung Erbebensicheren Bauten.
Anhaltiner 14.08.2012
4.
Zitat von nervmannWenn man die Bilder der Zerstörungen sieht drängt sich der Verdacht auf, dass die Zahl von 300 Toten eher eine politische sein dürfte. Ich denke, das fehlt mindestens eine null. Beben in so geringer Tiefe haben eine große Zerstörungskraft an der Oberfläche und die Bauweisen der Häuser sprechen nicht für Angemessenheit.
Das scheint unter Hilfsorganisationen gänge Praxis zu sein: Erstmal an die amtlichen Opferangaben eine Null anhängen, damit man eine Ahnung hat was einen erwartet.
agua 14.08.2012
5.
Da auch Russland ein Hilfsangebot gemacht hat,wird sich dann zeigen welche der angebotenen Hilfen angenommen werden wird.Dass weiterhin nach Ueberlebenden gesucht wird ,ist eine positive Nachricht.Zeigen doch die Erfahrungen aus der Vergangenheit ,nach welch langem Zeitraum Menschen immer noch lebend geborgen wurden.
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