Erdbeben in Nepal Helfer retten vier Verschüttete - nach acht Tagen

Es grenzt an ein Wunder: Von Trümmern begraben, haben vier Menschen in Nepal mehr als eine Woche überlebt, darunter ein mehr als 100 Jahre alter Mann. Die Zahl der Todesopfer des Erdbebens wurde indes erneut angehoben.

Spuren der Verwüstung: Nepalesische Soldaten auf dem Durbar-Platz in Kathmandu
AFP

Spuren der Verwüstung: Nepalesische Soldaten auf dem Durbar-Platz in Kathmandu


Mehr als eine Woche nach dem verheerenden Erdbeben in Nepal sind vier Menschen nach Behördenangaben lebend aus den Trümmern befreit worden. In einem Dorf, etwa 60 Kilometer von der Hauptstadt Kathmandu entfernt, hätten Soldaten und Polizisten zwei Frauen und einen Mann ausgegraben. Sie seien ins Krankenhaus gebracht worden.

Zwei von ihnen hätten unter den Überresten ihres Lehmhauses gelegen. Einer sei in der Nähe von einem Erdrutsch erfasst und begraben worden. Im Norden Nepals befreiten Helfer einen Greis aus den Überresten seines Lehmhauses. Die Behörden glaubten, er sei mehr als 100 Jahre alt.

Zuletzt waren am Donnerstag ein Teenager sowie eine junge Frau gerettet worden. Sie hatten unter zusammengefallenen Häusern in der Hauptstadt Kathmandu gelegen. Die Regierung Nepals hatte am Wochenende erklärt, es gebe fast keine Hoffnung mehr, Überlebende zu finden.

Mehr als 7000 Tote

Sie korrigierte die Opferzahlen erneut nach oben. Demnach stieg die Zahl der Toten auf 7040 Menschen. Mindestens 14.123 Menschen seien verletzt worden. Die Zahl der Toten dürfte noch weiter steigen. In einer entlegenen Bergregion, in der sich mehrere Schneelawinen gelöst hatten, seien am Samstag 50 Leichen entdeckt worden, sagte der zuständige Vize-Polizeipräsident der Region. Darunter befänden sich einige ausländische Bergsteiger, die noch nicht identifiziert wurden.

Allein in dieser Gegend würden noch 200 Menschen vermisst. Einem hochrangigen Beamten zufolge können wegen des starken Regens Rettungskräfte nicht dorthin gelangen.

Rückzug vom Mount Everest

Am Mount Everest im Himalaya, dem höchsten Berg der Welt, haben sich nahezu alle Expeditionsteams zurückgezogen. Wer noch vor Ort sei, packe in den kommenden Tagen zusammen, sagte der belgische Bergsteiger Damien François. Im Basislager sehe es aus "wie nach einem Tsunami".

Derzeit räumten die wenigen verbliebenen Bergsteiger und ein Team der indischen Armee die Überreste zusammen, die durch die Druckwelle bis zu einen Kilometer weit geschleudert wurden. Bei dem gewaltigen Erdbeben am vergangenen Samstag hatten sich im Mount-Everest-Massiv zahlreiche Lawinen gelöst. Dabei kamen mindestens 18 Menschen ums Leben.

Während in der Hauptstadt Kathmandu auch viele Kulturdenkmäler völlig zerstört wurden, blieb der Palast eines als "lebende Göttin" verehrten Mädchens fast unversehrt. Das Haus der neunjährigen Kumari habe nur einige Risse. "Sie hat uns beschützt", sagte die 55-jährige Hausmeisterin Durga Shakya. "Schauen Sie sich um, das Haus der Kumari ist intakt."

Die Kumari genannte Kindgöttin wird einer jahrhundertealten Tradition folgend im frühen Kindesalter zur "lebenden Göttin" ernannt, mit der Pubertät verliert sie diesen Status wieder. Die jeweilige Kumari führt ein abgeschiedenes Leben in ihrem kleinen Palast, sie verlässt ihn nur an hohen Feiertagen. Sie wird nicht nur von den Gläubigen angebetet, sondern ist auch eine beliebte Touristenattraktion.

SPIEGEL ONLINE

sms/dpa/AFP/AP



insgesamt 17 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
derweise 03.05.2015
1. UNO und Plattentektonik
Hätte sich die UNO um die Plattentektonik gekümmert, dann hätten wir Millionen an Toten weniger!
Beat Adler 03.05.2015
2. Die UNO sind WIR, alle Menschen auf dieser Welt.
Zitat von derweiseHätte sich die UNO um die Plattentektonik gekümmert, dann hätten wir Millionen an Toten weniger!
Die UNO sind WIR, alle Menschen auf dieser Welt. Wir alle haben Schuld, dass es noch Risikogebiete gibt, die schlecht auf Naturkatastrophen, die mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auftreten, vorbereitet sind. mfG Beat
Tiananmen 03.05.2015
3.
Zitat von derweiseHätte sich die UNO um die Plattentektonik gekümmert, dann hätten wir Millionen an Toten weniger!
Da haben Sie aber völlig neue Fallzahlen. Ist doch gut immer bestens informiert zu sein.
pixeldust 03.05.2015
4.
...genau die Uno hätte eine Resolution gegen Plattentektonik verabschieden sollen..... Hat sie aber nicht, weil sie vermutlich am Veto eines Staates gescheitert wäre ;-)))
dieteroffergeld 03.05.2015
5. Dauerkorrekturen
Wartet doch einfach mal noch vier Wochen ab mit der Veröffentlichung der Betroffenenzahl. Oder welchen Sinn soll es eigentlich machen, derlei Zahlen täglich nach oben zu korrigieren? Und niederer werden dieses Zahlen eh nicht. Also - ein bisschen Geduld, auch in dieser Hinsicht, wäre durchaus angebracht.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.