Auftritt von Franziskus und Benedikt Treffen sich zwei Päpste

Spitzentreffen der Stellvertreter: Zum ersten Mal seit seinem Rückzug ist Joseph Ratzinger, besser bekannt als Ex-Papst Benedikt, öffentlich aufgetreten - bei der feierlichen Erhebung neuer Kardinäle. Dort umarmte ihn sein Nachfolger, Papst Franziskus.

DPA

Rom - Das wirkt ja schon fast wie Demokratie: Amtsvorgänger und Amtsinhaber feiern gemeinsam, dass weitere Wahlmänner in jenes Gremium aufrücken, das einmal ihren Amtsnachfolger wählen wird. Aber es ist dann doch die katholische Kirche, eine der hierarchischsten Organisationen der Welt.

Harmonisch aber ging es zu, als der vor einem Jahr zurückgetretene Papst Benedikt XVI., mit bürgerlichem Namen Joseph Ratzinger, am Samstag zur feierlichen Erhebung neuer Kardinäle im Petersdom erschien. Applaus brandete auf, als er die Kirche betrat, begleitet von einer kleinen Entourage. Der Ex-Papst lächelte, winkte, wirkte froh dabei zu sein und nahm in der ersten Reihe Platz.

Sein Nachfolger, Papst Franziskus, ging vor der Eröffnung des Konsistoriums auf Benedikt zu und umarmte ihn. Erneut gab es Applaus, als einer der neuen Kardinäle, der Erzbischoff und Diplomat des Heiligen Stuhls, Pietro Parolin, den früheren Papst direkt ansprach und sagte: "Wir sind dankbar für eure Anwesenheit unter uns." Benedikt lächelte daraufhin erneut und winkte.

Es ist die erste öffentliche Zeremonie im Petersdom, bei der beide Päpste anwesend sind, und Benedikts erster Auftritt seit seinem Rückzug vom Amt. Bei der Zeremonie sind insgesamt 19 Kirchenmänner zu Kardinälen erhoben worden.

Dazu gehört jetzt auch der deutsche Erzbischof Gerhard Ludwig Müller, 66, Präfekt der Glaubenskongregation. Auch ihn erhob Franziskus in dem feierlichen Konsistorium. Wie den anderen 18 Erzbischöfen aus aller Welt setzte Franziskus ihm den roten Hut auf, übergab ihm den Kardinalsring und machte ihn traditionsgemäß zum Schirmherrn einer Titelkirche in Rom. Mit Müller gibt es nun zehn deutsche Kardinäle in dem Gremium. Am Sonntag will der Papst mit den Kardinälen eine Messe feiern.

otr/dpa/Reuters



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insgesamt 46 Beiträge
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HerbertVonbun 22.02.2014
1. Toll!
Immer noch besser, wenn alte Männer sich umarmen als Kinder und Jugendliche.
sven glückspilz 22.02.2014
2. es gibt keinen
Parolin ist Erzbischof und kein Erzbischoff. Liest man heutzutage nicht mehr Korrektur in "Qualitätsmedien"?
atech 22.02.2014
3. der Alte und der Neue
am 13. März 2014 jährt sich die Ernennung Franziskus' zum Papst. Wäre es da nicht an der Zeit, Bilanz zu ziehen: was hat der Neue bisher anders oder besser gemacht als sein Vorgänger? Wie weit ist Franziskus mit den Kirchenreformen? Und was bleibt alles beim Alten?
Seska Larafey 22.02.2014
4. Der neue Papst bringt die Menschlichkeit zurück
Ich finde das eine tolle Geste des aktuellen Papstes. Zeigt es doch das auch der Papst ein Mensch ist, er ist ein Nachfolger des Vertreter Petrus auf Erden. Und steht nicht in den 10 geboten, man soll sein Vater und Mutter ehren? Er macht alles richtig. Er ehrt seinen Papst "Vater". Lange wurde die Menschlichkeit als selbstverständlich angesehen. Der neue Papst erinnert uns nur nochmals daran, es auch auszuleben Ich würde gerne noch mehr Schreiben, aber das würde nun am Thema vorbeigehen
tom-sawyer, 22.02.2014
5.
Zitat von HerbertVonbunImmer noch besser, wenn alte Männer sich umarmen als Kinder und Jugendliche.
Es soll aber Großväter geben, die schon mal "einfach so" ihre Enkel umarmen.
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