Aufregung nach ESC: Russland wirft Aserbaidschan Stimmenklau vor

Russland vs. Aserbaidschan: Stimmenklau beim ESC? Fotos
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Der Eurovision Song Contest wird zum Politikum: Russlands Außenminister Sergej Lawrow hat Aserbaidschan des Stimmenraubs beschuldigt. Die russische Kandidatin hatte überraschend null Punkte aus dem Nachbarland erhalten - obwohl sie bei der dortigen SMS-Wahl auf Platz zwei lag.

Moskau - Russland sieht in seinem Abschneiden beim Eurovision Song Contest (ESC) einen Skandal. Die russische Kandidatin Dina Garipova ("What If") hatte überraschend null Punkte aus Aserbaidschan erhalten. Dabei war sie bei der dortigen SMS-Wahl auf dem zweiten Platz gelandet - und hätte demnach zehn Punkte bekommen müssen. Russlands Außenminister Sergej Lawrow sprach von Stimmenraub.

Aserbaidschans Außenminister Elmar Mamedjarow versprach nach einem Treffen mit Lawrow in Moskau, die Panne aufzuklären. "Diese haarsträubende Aktion darf nicht unbeantwortet bleiben", forderte Lawrow.

Das aserbaidschanische Staatsfernsehen als verantwortlicher Sender müsse sich nun Fragen gefallen lassen, sagte Mamedjarow laut der Nachrichtenagentur Interfax. Zuvor hatte sich schon der autoritär regierende Präsident Aserbaidschans, Ilcham Alijew, ernstlich besorgt über die verschwundenen Stimmen gezeigt.

Garipova war beim ESC am Samstagabend im schwedischen Malmö auf Platz fünf gelandet. Auch zehn Punkte mehr hätten daran nichts geändert, denn Russland hatte 17 Punkte Rückstand auf Norwegen. Aserbaidschan kam in der Gesamtwertung auf den zweiten Platz, Farid Mammadov hatte aus Russland für seinen Song "Hold Me" die Höchstzahl von zwölf Punkten erhalten. Den Sieg holte die dänische Kandidatin Emmelie de Forest mit "Only Teardrops".

Für Aserbaidschan ist die jetzt publik gewordene Panne äußerst peinlich, ist Baku doch - inmitten von Spannungen um Energiefragen und die umstrittene Region Berg-Karabach - auf gute Beziehungen zum großen Nachbarn Russland aus.

wit/AFP/dpa

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