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Bei den Obamas im Weißen Haus: Achtung, gesund!

Michelle und Barack Obama: Vorbildlich gesund Fotos
AP

Der Konditor kann sich unter der Woche entspannen, Training gilt als Entschuldigung für Verspätungen in Sitzungen: Mit den Obamas ist das Gesundheitsbewusstsein ins Weiße Haus eingezogen. Kaum ein Mitarbeiter kann sich entziehen.

Stellen Sie sich vor, Sie hätten einen Konditor zur Verfügung, natürlich einen der besten im Land. Rund um die Uhr wäre er für Ihre Wünsche da, für Erdbeertörtchen und Streuselkuchen. Ihnen kämen wohl viele Ideen, nur eine nicht: den Nachtisch jeden Tag zu streichen, bis auf das Wochenende. Doch genau das haben Barack und Michelle Obama nach ihrem Einzug ins Weiße Haus getan. Und nicht nur das. Seitdem die Familie dort lebt, hat sich das Gesundheitsbewusstsein im Amtsitz grundsätzlich gewandelt.

Längst zur Vergangenheit gehörten Tex-Mex-Donnerstage, schreibt die "Washington Post". Zeiten, in denen sich die Regierungsmitarbeiter bei frittierten Hähnchenteilen in den prunkvollen Speisesälen des Weißen Hauses versammelten, in denen der Geruch von Schweinerippchen durch die Räume mit den dunklen Holzpaneelen und den roséfarbenen Tischdecken waberte. Heute dominieren Hummus, Gemüse und überhaupt leichte Kost die Speisekarten.

Auch wenn Michelle und Barack nach außen hin gleichermaßen ein gesundes Leben propagieren, zeigt sich immer wieder, dass sich - wie in so vielen Partnerschaften - vor allem die Frau für Gemüse begeistert. Zwar lässt sich auch der US-Präsident dabei filmen, wie er - standesgemäß in Hemd und Krawatte - seinen Vize Joe Biden zum Joggen durch das Weiße Haus anstiftet. Auch erklärte er bei einem Anti-Fettleibigkeits-Dinner, dass er nichts lieber esse als Brokkoli. Bei Beobachtern der US-Politik sorgte dies allerdings für Heiterkeit: Der US-Präsident wird immer wieder öffentlich beim Vertilgen von Fast Food gesichtet.

Gemüsegarten-Enthusiasmus in den USA

Seine Gattin hingegen kämpft mit ihrer "Let's Move"-Kampagne seit vier Jahren gegen Übergewicht bei Kindern, für Toben an der frischen Luft, kleinere Portionen und Selbstgekochtes mit Gemüse. Um ihre Botschaften zu untermauern, tritt die First Lady öffentlichkeitswirksam in HipHop-Videos auf und demonstriert bei Liegestützen in Talk Shows ihre Fitness. Die Anwältin und ehemalige Vizepräsidentin der Universität Chicago hat im Kampf für ein gesünderes Amerika ihre Mission gefunden.

Wer das Gelände des Weißen Hauses durchstreift, kann sich dem Gesundheitsrausch der Obamas kaum entziehen. 2009 ließ Michelle Obama den Gemüsegarten wiederaufleben. Auf mehr als 170 Quadratmetern gedeihen Kräuter, Tomaten und Kohl für Staatsempfänge und die Mahlzeiten der Präsidentenfamilie. Wem im Oval Office der Magen knurrt, der kann sich aus einer Schale voller Äpfel bedienen.

Die Gartenliebe erreicht das Volk. Mittlerweile pflege einer von drei US-Haushalten der Fast-Food-Nation einen Gemüsegarten, zitiert die "Washington Post" den Präsident der National Gardening Association, Michael Metallo. Nur ihre Begeisterung für Kohl scheint die First Lady noch nicht so recht auf die Bevölkerung übertragen zu haben. Obwohl im Garten des Weißen Hauses gleich drei verschiedene Sorten wachsen, sei das Gemüse nur bei zehn Prozent der US-Gärtner zu finden.

Training: Einzige gültige Ausrede

Um trotz des enggestaffelten Terminplans zum Training zu kommen, finden sich die Fitness-Studio-Zeiten mitunter in den Outlook-Kalendern der Angestellten. Ein Workout mit einem von Obamas Personal Trainern sei eine der wenigen gültigen Ausreden, um sich bei einer Sitzung zu verspäten, berichtet die "Washington Post". Anfang dieses Jahres begannen Sechserteams sogar einen internen Wettkampf im Weißen Haus. Das Ziel: mit den meisten Trainingseinheiten zu prahlen. Pro 30 Minuten Bewegung an einem Tag, von moderat bis anstrengend, erhielt jedes Team einen Punkt.

Die Berichte der Angestellten aus der Ära Obama klingen deutlich anders die ihrer Vorgänger. Brian V. McCormack etwa, die rechte Hand des ehemaligen US-Vizepräsidenten Dick Cheney, verzehrte in seiner Zeit im Weißen Haus wohl mehr frittierte Hähnchenteile als in seinem restlichen Leben, erzählte er der "Washington Post".

Auch der ehemalige Präsident George Bush senior sah sich nicht als gesundheitsbewusstes Vorbild. 1990 verbannte er Brokkoli öffentlichkeitswirksam aus der "Air Force One": "Ich bin Präsident der Vereinigten Staaten, und ich werde kein Brokkoli mehr essen", verkündete er. Barack Obama hingegen steht zumindest zu einer ungesünderen Vergangenheit. In seiner Kindheit sei Gemüse leider immer weich gekocht gewesen, sagte er bei einem Dinner im Weißen Haus. Mittlerweile aber möge er das Grünzeug gerne - "weil es richtig zubereitet wird".

irb

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insgesamt 7 Beiträge
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1. Kognitive Dissonanz
tailspin 21.04.2014
Linke Gesinnung und Gesundheitsterror passt wie der A... auf den Eimer. Die von Obama losgetretene Zwangveranststaltung Obamacare ist Zeugnis. Nur 7 Mio von 300 Mio Amerikanern haben bisher neu gezeichnet, obwohl Ignoranz mit Steuer-Strafzahlungen honoriert wird. Aber Scherz beiseite. Die Ernaehrungsseite der Amerikaner ist schwer ueberholungsbeduerftig. Die vom Dept. of Agriculture in den letzten Jahrzehnten veroeffentlichten Nahrungsempfehlungen spiegeln eher die Foerderungsdeuerfnisse der Agrarwirtschaft wieder, die im duesteren Verbund mit der Politik ausgemauschelt worden sind. Die Hamburger/ Beef/ Chicken Kultur der Amis is einfach schrecklich. Geschaetzte 3/2 der Gesundheitsausgaben i.w fuer zivilisatorische bedingte Herz-Kresilauferkrankungen koennten eingespart werden, wenn die Leute sich aussschliesslich von Getreide, Gemuese und Obst ernaehren wuerden. That's it. Beleg: Gesundheitsstudien ueber Ernaehrungsgewohnheiten in China, vor und nach der Einfuehrung von Mc Donalds. Und ueberraschend: Der Gesundheitsstand der Norweger hatte sich fuer ein paar Jahre signifikant verbessert, nach dem die Wehrmacht 1940 dort einmarschierte und Schweine und Rinder fuer eigene Zwecke konfizierte. Die Norweger lebten waehrend der Kriegsjahre weitgehend vegetarisch. Und ich sage das, obwohl ich Steak liebe.
2. Gute Nachricht, oder?
NewYork76 21.04.2014
Zitat von tailspinLinke Gesinnung und Gesundheitsterror passt wie der A... auf den Eimer. Die von Obama losgetretene Zwangveranststaltung Obamacare ist Zeugnis. Nur 7 Mio von 300 Mio Amerikanern haben bisher neu gezeichnet, obwohl Ignoranz mit Steuer-Strafzahlungen honoriert wird. Aber Scherz beiseite. Die Ernaehrungsseite der Amerikaner ist schwer ueberholungsbeduerftig. Die vom Dept. of Agriculture in den letzten Jahrzehnten veroeffentlichten Nahrungsempfehlungen spiegeln eher die Foerderungsdeuerfnisse der Agrarwirtschaft wieder, die im duesteren Verbund mit der Politik ausgemauschelt worden sind. Die Hamburger/ Beef/ Chicken Kultur der Amis is einfach schrecklich. Geschaetzte 3/2 der Gesundheitsausgaben i.w fuer zivilisatorische bedingte Herz-Kresilauferkrankungen koennten eingespart werden, wenn die Leute sich aussschliesslich von Getreide, Gemuese und Obst ernaehren wuerden. That's it. Beleg: Gesundheitsstudien ueber Ernaehrungsgewohnheiten in China, vor und nach der Einfuehrung von Mc Donalds. Und ueberraschend: Der Gesundheitsstand der Norweger hatte sich fuer ein paar Jahre signifikant verbessert, nach dem die Wehrmacht 1940 dort einmarschierte und Schweine und Rinder fuer eigene Zwecke konfizierte. Die Norweger lebten waehrend der Kriegsjahre weitgehend vegetarisch. Und ich sage das, obwohl ich Steak liebe.
Na dann ist das doch eine gute Nachricht, wenn die Familie Obama mit gutem Beispiel vorangeht, oder?
3. optional
Kaygeebee 21.04.2014
Mit gutem Beispiel vorangehen ist immer gut, nur sind Politiker für die Jugendlichen und Kinder in den USA keine Vorbilder. Diese orientieren sich lieber an Sport- oder Popstars, welche für McDonald's, Mountain Dew, Burger King, Pringles, Coca Cola, Pepsi, diverse Schokoriegel usw. Werbung machen. Man müsste die ganzen fettigen, salzigen oder übermäßig süßen Produkte in den Schulen verbieten. Zu meiner Schulzeit in den USA gab es mittags in der Mensa jeden Tag Cheeseburger, Pommes, Pizza, Schokomilch, Softdrinks und Süßigkeiten zu kaufen. Belegte Brote, Salate oder Obst? Fehlanzeige. Und die genannten "Snacks" gingen in Massen weg. Klar, wer knabbert denn auch gerne an einer Karotte, wenn es Pizza gibt? Nichts gegen Fast Food, ich esse es auch gerne und würde mir nie einbilden ein Vorbild für gesundes Essen zu sein, aber an vielen Schulen in den USA gibt es schlicht nichts anderes. Wer von zu Hause nichts mitbekommt MUSS sich dort ernähren. Einen kleinen Garten anlegen ist übrigens keine große Arbeit. Ein paar m² reichen um ein paar Dinge anzubauen. Im Garten meiner WG wachsen u.a. einige Erdbeersträuche, Tomaten und Salat.
4.
rrrr43 21.04.2014
Zitat von KaygeebeeMit gutem Beispiel vorangehen ist immer gut, nur sind Politiker für die Jugendlichen und Kinder in den USA keine Vorbilder. Diese orientieren sich lieber an Sport- oder Popstars, welche für McDonald's, Mountain Dew, Burger King, Pringles, Coca Cola, Pepsi, diverse Schokoriegel usw. Werbung machen. Man müsste die ganzen fettigen, salzigen oder übermäßig süßen Produkte in den Schulen verbieten. Zu meiner Schulzeit in den USA gab es mittags in der Mensa jeden Tag Cheeseburger, Pommes, Pizza, Schokomilch, Softdrinks und Süßigkeiten zu kaufen. Belegte Brote, Salate oder Obst? Fehlanzeige. Und die genannten "Snacks" gingen in Massen weg. Klar, wer knabbert denn auch gerne an einer Karotte, wenn es Pizza gibt? Nichts gegen Fast Food, ich esse es auch gerne und würde mir nie einbilden ein Vorbild für gesundes Essen zu sein, aber an vielen Schulen in den USA gibt es schlicht nichts anderes. Wer von zu Hause nichts mitbekommt MUSS sich dort ernähren. Einen kleinen Garten anlegen ist übrigens keine große Arbeit. Ein paar m² reichen um ein paar Dinge anzubauen. Im Garten meiner WG wachsen u.a. einige Erdbeersträuche, Tomaten und Salat.
Haben Sie den Artikel eigentlich gelesen bevor Sie hier Ihre Meinung abgegeben haben? Wann war denn Ihre Schulzeit in den USA? In dem Artikel geht es um Veraenderungen, die es waehrend Obama's Amtszeit gegeben hat. Ich finde es generell immer lustig, wenn sich Deutsche, die ein Jahr an einem Ort in einer einzigen high school verbracht haben, als Experten fuer alles, was Amerika betrifft, darstellen.
5. optional
adubil 21.04.2014
Hier geht's nicht um Gemüse und gesunde Ernährung. Ist doch für uns völlig irrelevant, was sich die Amerikaner zwischen die Kiemen schieben. Das ist nur die wöchentliche home-story, um uns Obama via family als netten Typen zu verkaufen.
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