Experten Bombe versenkte "Estonia"-Fähre

Am 24. September 1994 ging die "Estonia" unter. 852 Menschen fanden den Tod. Seitdem wird um die Ursachen für den Untergang der Passagierfähre spekuliert. Nun sind sich Experten sicher: Eine Bombenexplosion hat die größte Schiffskatastrophe nach dem Zweiten Weltkrieg ausgelöst.


Doch eine Bombe an Bord?
REUTERS

Doch eine Bombe an Bord?

Rostock/Papenburg - Zu diesem Urteil kommt die von der Meyer-Werft eingesetzte Expertenkommission in ihrem Abschlussbericht, berichtet die Rostocker "Ostseezeitung" in ihrer Donnerstagausgabe. 852 Menschen waren im September 1994 bei dem Untergang der Fähre ums Leben gekommen, die von Tallinn nach Stockholm unterwegs war.

Den Experten zufolge hatte sich die Bugklappe der "Estonia" nicht, wie bisher behauptet, durch Seegang gelöst, sondern wurde durch mindestens zwei heftige Detonationen unterhalb der Wasserlinie abgesprengt. Mit dem Anschlag sollte ein Waffentransport von russischer Seite verhindert werden, heißt es in dem Bericht der 13-köpfigen Kommission.

Das Expertenteam wird seinen Bericht nach Weihnachten dem Stockholmer Gericht vorlegen, das mit dem Fall beschäftigt ist. Nach Angaben des Hamburger Kommissionsmitglieds Kapitän Werner Hummel seien auf Videos, die Taucher vom Wrack anfertigten, deutlich zwei Sprengstoffpakete zu sehen, die nicht detoniert waren, berichtet die Zeitung.



© SPIEGEL ONLINE 1999
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.