"Explorer"-Unglück Militär fliegt Schiffbrüchige aus

Ein Transportflugzeug hat 77 Überlebende der Beinahe-Katastrophe in der Antarktis nach Chile gebracht. Die übrigen harren nach dem Untergang ihres Kreuzfahrtschiffs weiter in Militärgebäuden auf der King-George-Insel aus. Sie sollen im Laufe des Tages ausgeflogen werden.


Santiago - Sie tragen Windjacken, manche halten Plastiksäcke mit ihrer letzten Habe: 77 Passagiere des gesunkenen Kreuzfahrtschiffes "MV Explorer" hocken dichtgedrängt an Bord einer Hercules-C130-Transportmaschine der chilenischen Luftwaffe - sonst haben hier 64 Fallschirmspringer in Vollausrüstung Platz.

Das Propellerflugzeug hat gestern Nacht die erste Hälfte der 154 Passagiere und Besatzungsmitglieder der "Explorer" von der antarktischen King-George-Insel abgeholt. Auch die einzige deutsche Passagierin soll mit an Bord gewesen sein.

Die Überlebenden hatten zuvor eine Nacht auf einer Militärbasis verbracht. Ihr Schiff, die "MV Explorer" war am Freitag 15 Stunden nach der Kollision mit einem Eisberg gesunken. Die Menschen an Bord waren schon zuvor in die Boote gegangen und später von einem norwegischen Schiff gerettet worden.

Das Rettungsflugzeug brachte die Überlebenden in die zweieinhalb Flugstunden entfernte südlichste Stadt Chiles, Punta Arenas. Wegen schlechten Wetters kann die Transportmaschine wohl heute erst wieder zur King-George-Insel starten, um die übrigen Überlebenden zu holen.

lis/AFP/dpa/Reuters



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