Explosion auf der Ostsee Fähre geht vor Fehmarn in Flammen auf

Das Unglück geschah um Mitternacht: Eine Fähre mit mehr als 200 Menschen an Bord ist in der Nacht auf der Ostsee in Flammen aufgegangen. Passagiere und Besatzung konnten gerettet werden. Am Morgen brannte das havarierte Schiff noch immer.

Getty Images / Havariekommando

Cuxhaven - Gegen Mitternacht kam es auf dem Oberdeck der litauischen Fähre "Lisco Gloria" zu einer Explosion. Nach Angaben des Havariekommandos in Cuxhaven war das Schiff von Kiel nach Klaipeda unterwegs. Es befand sich zu diesem Zeitpunkt nördlich der schleswig-holsteinischen Insel Fehmarn.

An Bord waren 236 Passagiere - unter ihnen auch viele Lkw-Fahrer und Besatzungsmitglieder. Die Unglücksursache ist noch völlig unklar. Die Flammen griffen nach und nach auf immer weitere Teile der rund 200 Meter langen Fähre über. Sechs Schiffe eilten der "Lisco Gloria" zu Hilfe, darunter die Fähre "Deutschland", die die Passagiere an Bord nahm.

Am Morgen traf die "Deutschland" mit den Geretteten in Kiel ein. Das Havariekommando teilte mit, drei Verletzte seien mit Hubschraubern ausgeflogen worden.

Das leere Schiff konnte auch im Verlauf des Vormittages nicht gelöscht werden. "Wir sind dabei, die Außenhaut des Schiffes zu kühlen", sagte der Sprecher des Havariekommandos, Wolfgang Harlos, in Cuxhaven. Damit soll der Untergang des Schiffes verhindert werden. Wenn immer mehr Löschwasser in die Fähre gepumpt würde, könnte sie kentern.

Die brennende Fähre war manövrierunfähig und trieb in Richtung Dänemark. "Für andere Schiffe besteht derzeit keine Gefahr", sagte ein Sprecher des Havariekommandos. Zwölf Hilfsschiffe seien im Einsatz, darunter ein Feuerwehr- und zwei Gewässerschutzschiffe, zwei Notschlepper und mehrere Seenotrettungskreuzer.

Die 2002 gebaute "Lisco Gloria" gehört der Reederei DFDS Seaways und hatte Kiel laut Fahrplan um 23 Uhr verlassen. Das Schiff ist laut Reederei gut 23 Meter breit und bietet in den Kabinen Platz für 302 Passagiere.

itz/dpa/Reuters/dpa

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insgesamt 11 Beiträge
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Koltschak 09.10.2010
1. Merkwürdig.....
.."Sie ist laut Reederei gut 23 Meter lang und bietet in den Kabinen Platz für 302 Passagiere." Da gibt's aber ein Gedränge! Hier die richtigen Daten: # Länge - 199,40 m # Breite - 23,40 m 23 Meter ist meine Segelyacht lang.
mexi42 09.10.2010
2. Da denkt ...
Zitat von sysopExplosion um Mitternacht: Eine Fähre mit mehr als 200 Personen an Bord ist in der Nacht auf der Ostsee in Flammen aufgegangen. Passagiere und Besatzung konnten gerettet werden. Am frühen Morgen brannte das havarierte Schiff noch immer. http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,722187,00.html
man doch unwillkürlich an die ESTONIA.
Mueller-Luedenscheid 09.10.2010
3. Und? Wie lang ist sie nun?
Mal heißt es: "Die Flammen griffen auf weitere Teile der rund 200 Meter langen Fähre über." und dann schrumpft die Fähre wahrscheinlich auf Grund der Flammen und der Eile mit der der Artikel verfaßt wurde, denn plötzlich heißt es: "Die 2002 gebaute "Lisco Gloria" gehört der Reederei DFDS Seaways und hatte Kiel laut Fahrplan um 23.00 Uhr verlassen. Sie ist laut Reederei gut 23 Meter lang und bietet in den Kabinen Platz für 302 Passagiere." Auch nur abgeschrieben?
brooklyner 09.10.2010
4. hm
Ich bin im Juni auf dieser Fähre auf der selben Strecke gefahren und war von der hohen Qualität der Ausstattung und der Kabinen sehr angetan. Ein Seelenverkäufer ist das auf keinen Fall.
parabel 09.10.2010
5. Stimmt
Zitat von brooklynerIch bin im Juni auf dieser Fähre auf der selben Strecke gefahren und war von der hohen Qualität der Ausstattung und der Kabinen sehr angetan. Ein Seelenverkäufer ist das auf keinen Fall.
Eigentlich kann auf einem zertifizierten Schiff nichts richtig explodieren, Diesel vielleicht, aber der ist schwer entflammbar. Das Schiff ist mit modernster Technik im Brandschutz ausgestattet und verriegelt sich im Brandfall automatisch. Daher vermute ich, dass die Gefahr von der Ladung ausging. Es spricht auch für die Besatzung und die Reederei, dass den Menschen an Baord kaum etwas passiert ist. Zum Glück waren schnell genug andere Schiffe zur Stelle.
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