Explosion in Viareggio Zahl der Toten steigt

Zwei Tage nach dem verheerenden Zugunglück in der italienischen Küstenstadt Viareggio ist die Zahl der Todesopfer auf 18 gestiegen. Es wird befürchtet, dass es weitere Tote nach dem Flammeninferno geben wird.


Viareggio - Am frühen Morgen starb ein schwerverletzter Mann im Krankenhaus von Carrara, meldete die italienische Nachrichtenagentur Ansa. Er erlag den schlimmen Brandverletzungen, die er bei der Explosion eines Tankwaggons mit Flüssiggas in der Nacht zum Dienstag erlitten hatte. Erst am Vortag waren zwei Kleinkinder gestorben.

Insgesamt werden den Behörden zufolge derzeit noch 28 Schwerverletzte in den Krankenhäusern Norditaliens versorgt. Der Zustand von rund 20 Patienten gilt als kritisch, da sie schwerste Verbrennungen am ganzen Körper haben. Mehrere Menschen wurden noch vermisst. Es wurde daher weiterhin eine "viel höhere Zahl an Todesopfern" befürchtet.

Im Bahnhof des westtoskanischen Urlaubsortes war in der Nacht zum Dienstag ein mit Flüssiggas betankter Kesselwaggon aus noch unbekannter Ursache explodiert. Durch die Wucht der Explosion wurden zahlreiche Häuser in der Umgebung zerstört. Experten vermuten, dass ein Achsbruch an dem Waggon das Inferno ausgelöst hat.

Die Feuerwehr hat derweil laut eigenen Angaben das Gas aus den verbliebenen 13 Kesselwagen vollständig abgepumpt. Fünf umgekippte Wagen des Güterzuges müssen noch von einem Kran zurück auf die Schienen gestellt und abtransportiert werden. Innerhalb von 24 Stunden dürfte dann der Fahrbetrieb wieder aufgenommen werden, sagte ein Bahnsprecher.

Im Laufe des Vormittags sollten die etwa tausend Menschen, die aus der Gefahrenzone in Bahnhofsnähe in Sicherheit gebracht werden mussten, in ihre Häuser zurückkehren können, berichteten italienische Medien am Donnerstag. Nur die besonders schwer von Explosion und Feuersbrunst heimgesuchte Straße am Bahnhof bleibe noch gesperrt.

Das Unglück hatte in Italien harsche Kritik an mangelnden Investitionen in die Infrastruktur des Verkehrsnetzes hervorgerufen. Der zuständige Staatsanwalt von Lucca wollte sich im Laufe des Donnerstags zu den ersten Ermittlungsergebnissen äußern.

ala/AFP/dpa

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